Zurück zum Glossar

Begriffserklärung: Rassismus

Rassismus ist eine Ideologie der Ungleichwertigkeit: Sie sortiert Menschen nach Herkunft oder Ethnie und schreibt ihnen feste Eigenschaften zu.

Rassismus ist eine Ideologie der Ungleichwertigkeit. Sie teilt Menschen aufgrund ihrer vermeintlichen oder realen Herkunft, Hautfarbe, Sprache oder ethnischen Zugehörigkeit in Gruppen ein und schreibt diesen unveränderliche, meist negative Eigenschaften zu.

Wie Rassismus funktioniert

Wer rassistisch denkt, spricht der eigenen Gruppe eine "natürliche" Überlegenheit zu und leitet daraus das Recht ab, andere zu benachteiligen. So werden Diskriminierung, Ausgrenzung und bis hin zu Gewalt gerechtfertigt. Die Bandbreite reicht von privaten Vorurteilen über staatliche Diskriminierung bis zu Gewalttaten und Völkermord.

"Rassen" gibt es nicht

Die Vorstellung, es gebe Menschenrassen im biologischen Sinne, ist wissenschaftlich widerlegt. Rassismus konstruiert seine Kategorien selbst, sie beschreiben keine biologische Realität. Genau deshalb funktioniert Rassismus auch ohne den Begriff "Rasse".

Moderne Tarnung: Ethnopluralismus

Weil offener Rassismus geächtet ist, sprechen Teile der Neuen Rechten heute von "Volk", "Ethnie" oder "Nation" statt von "Rasse". Dieser sogenannte Ethnopluralismus behauptet, Kulturen müssten "getrennt" bleiben. Das Ergebnis ist dasselbe: Menschen werden nach Herkunft sortiert und in ihrer Wertigkeit abgestuft. Rassismus ist damit ein Kernbestandteil rechtsextremer Ideologie, aber nicht auf sie beschränkt.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung, "Rassismus".