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Begriffserklärung: Völkisch

Völkisch: eine Weltanschauung, die das Volk als ethnische Abstammungsgemeinschaft versteht und Fremdes ausschließt. Wegbereiter des Nationalsozialismus.

Völkisch ist kein altmodisches Wort für "volkstümlich". Es bezeichnet eine radikal-nationalistische Weltanschauung mit einer sehr bestimmten Vorstellung davon, wer zum "Volk" gehört.

Das Volk als Abstammungsgemeinschaft

Im völkischen Denken ist das "Volk" keine politische Gemeinschaft von Bürgern, sondern eine ethnisch-biologistisch definierte Abstammungs- oder Blutsgemeinschaft. Sie gilt als rein und homogen, und wer als "fremd" gilt, wird als unvereinbar ausgeschlossen oder abgewertet.

Typische Merkmale:

  • ethnisch-kulturelle Homogenität als Ideal,
  • Antisemitismus,
  • Antiegalitarismus (Ablehnung der Gleichheit der Menschen),
  • Antipluralismus und Antiparlamentarismus,
  • Idealisierung einer "germanisch-deutschen" Herkunft.

Herkunft und Kontinuität

Die völkische Bewegung entstand um 1870 im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn. Sie war ein zentraler Wegbereiter des Nationalsozialismus. Bis heute ist völkisches Denken eine wichtige Strömung des Rechtsextremismus. Der Begriff ist wieder aktuell, weil Teile der "Neuen Rechten" ausdrücklich an diese Tradition anknüpfen.

Völkisches Denken ist damit enger als "rechts" und meist ein Bestandteil rechtsextremer und faschistischer Ideologie. Wie die Begriffe zusammenhängen, erklärt der Artikel Rechts, rechtsextrem, faschistisch.