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Stand: 28.03.2026

Skorpi Ya zur Debatte über die Wiedereinführung der Vermögenssteuer

Link Beschreibung

Reel, in dem Skorpi Ya die Debatte um die Wiedereinführung der Vermögenssteuer kommentiert. Ausgangspunkt ist eine Studie von Oxfam und dem Netzwerk Steuergerechtigkeit, die im Juli 2024 veröffentlicht wurde.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Das Video bezieht sich auf eine Studie von Oxfam und dem Netzwerk Steuergerechtigkeit vom Juli 2024, die ausrechnete: Hätte Deutschland die 1996 ausgesetzte Vermögenssteuer weiter erhoben, wären bis 2023 rund 380 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen angefallen. Skorpi Ya: "Anfang Juli kam eine Studie heraus, die besagte, dass Deutschland seit der Aussetzung der Vermögenssteuer 1997 380 Milliarden Euro entgangen sind." Das ist korrekt.

Die weiteren im Video genannten Zahlen sind weitgehend belegbar:

  • "Die reichsten zehn Prozent in Deutschland besitzen 67 Prozent des Volksvermögens", bestätigt durch DIW-Daten, die hochvermögende Haushalte gesondert erfassen.
  • "Superreiche mit einem Vermögen ab 100 Millionen Dollar zahlen durchschnittlich 20 Prozent Steuern, der Mittelstand 43 Prozent", Quelle ist eine Studie des Netzwerks Steuergerechtigkeit. Konkret ermittelte das Netzwerk für typische Multimillionäre etwa 29 Prozent, für Milliardäre rund 26 Prozent; die 20-Prozent-Aussage ist eine Vereinfachung, die Grundaussage stimmt.
  • "Laut Oxfam könnte Deutschland, wenn es eine Vermögenssteuer wie in der Schweiz einführen würde, jährlich 73 Milliarden Euro Mehreinnahmen generieren", Oxfam-Studie 2024, korrekt.
  • Zu Marco Buschmanns Argument, die Erhebungskosten würden die Einnahmen auffressen: Laut einem Kommentar der Leipziger Zeitung hat Buschmann dies tatsächlich so geäußert, unter anderem mit Verweis auf Kunstwerke und Antiquitäten. Skorpi Yas Widerlegung, ein Gutachten schätze die Kosten auf 4 bis 20 Prozent der Erträge, ist inhaltlich zutreffend. Das Bundesfinanzministerium schätzte bereits 1996 die Erhebungskosten auf 3 Prozent der Einnahmen.
  • Karsten Linnemanns Forderung, die Schwelle für den Spitzensteuersatz auf 80.000 Euro anzuheben, ist korrekt belegt, er hat dies im Kontext der Koalitionsverhandlungen Anfang 2026 gefordert. Das Video ist vom November 2025, die Forderung wurde also wohl bereits früher geäußert; der Kontext ist dennoch stimmig.

Das Video enthält eine klare politische Meinung (pro Vermögenssteuer), die aber auf realen Zahlen und Studien basiert. Einzelne Aussagen sind leicht vereinfacht (z.B. der 20-Prozent-Steuersatz), aber nicht falsch.

Fazit

Die zentralen Faktenbehauptungen im Video sind belegt. Die 380-Milliarden-Zahl stammt aus einer seriösen Oxfam-Studie; die Aussagen zu Vermögensverteilung und Steuersätzen für Superreiche decken sich mit Daten von DIW, Oxfam und Netzwerk Steuergerechtigkeit. Das Video ist ein Meinungsbeitrag, der seine Zahlen weitgehend korrekt wiedergibt.