Link Beschreibung
Facebook-Post der Seite "Germany against Nazis" über den brutalen Überfall auf den Ex-AfD-Kommunalpolitiker Rainer Tüschenbönner in Windeck (NRW) nach seinem Parteiaustritt.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Der Fall ist durch mehrere seriöse Medien gut belegt. Rainer Tüschenbönner (55) war über die AfD-Liste in den Gemeinderat Windeck (Rhein-Sieg-Kreis) eingezogen, hatte sich aber noch vor der NRW-Kommunalwahl im September 2025 von der Partei distanziert und war ausgetreten, zu spät, um seinen Listenplatz zurückzuziehen. Er zog das Mandat an, sitzt seitdem als parteiloser Einzelvertreter im Rat.
Am 10. Dezember 2025 wurde Tüschenbönner nach einer Betriebsausschuss-Sitzung vor seinem Wohnhaus in Kocherscheid von zwei Vermummten angegriffen. Einer hielt ihn fest, der andere schlug wiederholt auf seinen Kopf ein. Er erlitt ein Schädelhirntrauma sowie erhebliche Verletzungen im Gesicht. Die Angreifer beschimpften ihn als "linke Ratte" und "Verräter", Formulierungen, die häufig aus rechtsextremen Kreisen stammen, wie der WDR berichtet.
Laut Kölnischer Rundschau hat Tüschenbönner Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Wegen des politischen Hintergrundes ist auch der Staatsschutz in die Ermittlungen eingebunden. Die Welt berichtet, Tüschenbönner habe seinen Austritt damit begründet, dass einige Parteimitglieder die Nähe von Rechtsextremisten suchten.
Die AfD Windeck verurteilte den Überfall laut WDR "aufs Schärfste" und bezeichnete die Beschimpfungen als "abstoßend". Bürgermeisterin Alexandra Gauß (Grüne) sprach von einem Beleg dafür, dass die "Verrohung aus den sozialen Medien" in reale Gewalt umschlage. Ratsmitglieder wollen Tüschenbönner künftig zu Sitzungen begleiten.
Der Facebook-Post der Seite "Germany against Nazis" schreibt den Überfall pauschal "der AfD" zu, ohne Belege für eine direkte Täterschaft von AfD-Mitgliedern. Die Ermittlungen laufen noch. Die Beschimpfungen mit rechtsextremen Vokabeln und die Vorgeschichte legen zwar einen rechtsextremen oder AfD-nahen Hintergrund nahe, sind aber zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht bewiesen.
Fazit
Der Überfall auf Rainer Tüschenbönner ist durch mehrere seriöse Medien gut dokumentiert und stellt einen ernstzunehmenden Fall politischer Gewalt dar. Der Facebook-Post überschreibt jedoch den Ermittlungsstand: Eine Täterschaft von AfD-Mitgliedern wurde zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt. Die rechtsextreme Färbung der Beschimpfungen und die politische Vorgeschichte machen einen solchen Hintergrund plausibel, ersetzen aber keine Ermittlungsergebnisse.
