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Stand: 25.05.2026

Grafik "AfD: Das sind keine Ausrutscher" mit 14 dokumentierten AfD-Zitaten

Komplex

Link Beschreibung

Facebook-Beitrag (geteilt von Axel Gerlach, 14. Mai 2026, Hashtags #afdmachtdummenochdümmer #afdzerstörtdeutschland) mit einer Grafik unter dem Titel "AfD: Das sind keine Ausrutscher". Die Grafik sammelt 14 nach eigenen Angaben öffentlich dokumentierte Aussagen von AfD-Funktionären und -Mitarbeitern und stellt ihnen jeweils eine Quelle gegenüber. Schlusszeile: "Wer das wählt, weiß, was er wählt." Die einzelnen Aussagen sind als Zitate auf den jeweiligen Quellenprofilen erfasst.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Großteil der 14 Aussagen ist real, dokumentiert und teils gerichtlich bestätigt. Die drei Marcel Grauf zugeschriebenen Chat-Zitate (Bürgerkriegswunsch, Holocaust-"Lohnen", Billigung von Brandanschlägen) wurden vom Oberlandesgericht Karlsruhe als authentisch bestätigt. Das Hitler-Zitat von Björn Höcke ist durch die Tonaufnahme des Wall-Street-Journal-Interviews belegt, sein "Alles für Deutschland" wurde rechtskräftig als verbotene SA-Losung verurteilt, und Petr Bystrons "entsorgen" liegt als Videomitschnitt vor. Auch die Aussagen von Alexander Gauland ("Vogelschiss") und Alice Weidel ("Kopftuchmädchen") sind unstrittig protokolliert. Ein Faktencheck von CORRECTIV zu einer praktisch identischen Bildsammlung kam 2020 zum selben Ergebnis: Die meisten Aussagen stammen tatsächlich von AfD-Politikern, einige sind aber unbelegt oder falsch zugeordnet (CORRECTIV, 5. Februar 2020).

Drei Punkte der Grafik sind fehlerhaft oder ungenau:

  • Die Beatrix von Storch zugeschriebene Formulierung "Man muss notfalls von der Schusswaffe Gebrauch machen" stammt im Wortlaut nicht von ihr, sondern von der damaligen AfD-Vorsitzenden Frauke Petry (Interview mit dem Mannheimer Morgen, Januar 2016). Von Storch äußerte sich im selben Kontext eigenständig und bejahte Waffengewalt gegen Frauen und Kinder an der Grenze, der zitierte Satz ist aber nicht ihrer.
  • Das Sandro Hersel zugeschriebene Zitat über "brennende Flüchtlingsheime" stammt nicht, wie angegeben, aus einem NRW-Landtagsprotokoll. Hersel saß im Landtag Mecklenburg-Vorpommern; die Aussage stammt aus geleakten Chatprotokollen von 2015, deren Echtheit nicht unabhängig gesichert ist.
  • Bei Andreas Gehlmann verschärft die Grafik den Wortlaut. Protokolliert ist nur sein Zwischenruf "Das sollten wir in Deutschland auch machen!" als Reaktion auf eine Rede über die strafrechtliche Verfolgung Homosexueller, nicht der ausformulierte Satz der Grafik.

Fazit

Die Kernbotschaft der Grafik trifft zu: Die gesammelten Aussagen sind überwiegend echt, dokumentiert und teils gerichtlich bestätigt, es handelt sich nicht um harmlose Einzelausrutscher. Im Detail enthält die Sammlung aber eine klare Fehlzuschreibung (von Storch statt Petry), eine falsche Quellenangabe (Hersel) und eine zugespitzte Paraphrase (Gehlmann). Deshalb ist die Grafik insgesamt teils zutreffend, teils ungenau.