Link Beschreibung
Post von Stefan Krauter in der Facebook-Gruppe "Energiewirtschaft Deutschland" über die wachsende Rolle von Batteriespeichern in Australien. Der geteilte Artikel - wahrscheinlich von RenewEconomy - beschreibt, wie Batterien zunehmend den Preis an der australischen Strombörse NEM (National Electricity Market) setzen und Gaskraftwerke aus den Abendspitzen verdrängen. Der Anteil der Zeiträume, in denen Batterien den Preis bestimmen, sei von Q4 2024 bis Q4 2025 deutlich gestiegen.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Der Facebook-Post beschreibt eine Entwicklung, die durch offizielle AEMO-Daten klar belegt ist. Der Australian Energy Market Operator (AEMO) veröffentlicht quartalsweise Berichte ("Quarterly Energy Dynamics"), die den Wandel im Detail dokumentieren.
Laut dem AEMO Quarterly Energy Dynamics Q4 2025 setzten Batteriespeicher im vierten Quartal 2025 in rund 25 Prozent aller Handelsintervalle während der Abendspitze (16-20 Uhr) den Grenzpreis - verglichen mit weniger als 5 Prozent im Vorjahreszeitraum. Gas und Wasserkraft verloren dabei jeweils 8 bzw. 13 Prozentpunkte an Preissetzungsfrequenz. Gleichzeitig fiel der durchschnittliche Großhandelsstrompreis im Q4 2025 auf 69,55 AUD/MWh - ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber Q4 2024.
Die Entwicklung setzte sich fort: Im ersten Quartal 2026 setzten Batterien bereits in 32 Prozent aller Handelsintervalle den Preis und verdrängten damit Wasserkraft als häufigste preissetzende Technologie. Die durchschnittlichen Großhandelspreise fielen auf 73 AUD/MWh, ein Rückgang von 12 Prozent gegenüber Q1 2025, wie RenewEconomy in seiner Auswertung des AEMO Q1-2026-Berichts festhält.
Die Gasstromerzeugung fiel im ersten Quartal 2026 mit durchschnittlich 712 MW auf den niedrigsten Wert seit 1999, was einem Rückgang von 24 Prozent gegenüber Q1 2025 entspricht. Der Rückgang im Q4 2025 war besonders dramatisch: Die Gaserzeugung brach um 27 Prozent ein auf den niedrigsten Wert seit 25 Jahren, wie RenewEconomy zur AEMO-Auswertung des Q4 2025 berichtet.
Der Kapazitätsausbau war erheblich: Im Jahr bis Q1 2026 wurden 4.445 MW / 11.219 MWh neue Großspeicher ans Netz gebracht - eine Verdoppelung der Gesamtkapazität in nur zwölf Monaten. Die tägliche abends eingespeiste Energiemenge verdreifachte sich auf durchschnittlich 1.115 MW.
Die Entwicklung hat eine Kehrseite: Die Preisspreads, also die Differenz zwischen günstigem Laden tagsüber und teurerem Einspeisen abends, sanken laut RenewEconomy zur AEMO-Analyse des Q4 2025 um 57 Prozent von 243 AUD/MWh auf 104 AUD/MWh. Mehr Batterien im Netz drücken die Marge, die jede einzelne Batterie erzielen kann - ein klassischer Marktsättigungseffekt.
Zum Kontext für Deutschland: Australien hat durch seine hohe Sonneneinstrahlung und den frühen Ausbau von Photovoltaik besonders ausgeprägte Mittags-Abend-Preismuster entwickelt, die dem Einsatz von Kurzzeitspeichern besonders entgegenkommen. Die strukturellen Parallelen zur deutschen Energiewende sind vorhanden, aber die Übertragbarkeit ist nicht eins-zu-eins gegeben.
Fazit
Die Kernaussagen des geteilten Artikels sind zutreffend und durch offizielle AEMO-Quartalsberichte belegt: Batteriespeicher setzen in Australien tatsächlich zunehmend den Preis an der Strombörse und verdrängen Gaskraftwerke aus den Abendspitzen. Der Anstieg des Batteriespeicher-Anteils an der Preissetzung von unter 5 Prozent (Q4 2024) auf rund 25 Prozent (Q4 2025) während der Abendspitze ist durch AEMO-Primärdaten belegt.
