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Stand: 26.03.2026

Trump importiert wieder Asbest – aus Russland

Irreführend

Link Beschreibung

Bill Jubran behauptet in diesem viralen Facebook Reel (45.000 Likes, 22.000 Shares), Trump habe Asbestimporte aus Russland "wieder eingeführt". Der Originaltitel lautet "Why does nobody talk about this?"

Kernaussage

Trump habe aktiv dafür gesorgt, dass die USA wieder Asbest importieren, und zwar gezielt aus Russland. Das Reel stellt dies als bewusste, pro-russische Entscheidung Trumps dar.

Einordnung

Die Darstellung enthält Elemente, die auf realen Ereignissen beruhen, vereinfacht und verzerrt die tatsächliche Sachlage aber erheblich.

Was stimmt

  • Asbest war in den USA nie vollständig verboten. Ein Verbotsversuch der EPA aus den 1970er Jahren wurde 1991 von einem Berufungsgericht teilweise aufgehoben. Nur fünf Produktkategorien und neue Verwendungszwecke (nach 1989) blieben verboten.
  • Die USA importierten tatsächlich weiterhin Asbest, vor allem für die Chlor-Alkali-Industrie. Nach dem brasilianischen Asbestverbot (November 2017) stieg Russlands Anteil an den US-Importen auf etwa 30 % (2019-2022).
  • Die russische Firma Uralasbest brachte Asbest-Paletten mit Trumps Gesicht und der Aufschrift "Approved by Donald Trump" in Umlauf (Juni 2018). Dies war eine Marketingaktion des russischen Unternehmens, keine offizielle US-Genehmigung.
  • Trump hat sich wiederholt positiv über Asbest geäußert. In seinem Buch "The Art of the Comeback" (1997) nannte er es "the greatest fireproofing material ever used" und behauptete, die Anti-Asbest-Bewegung sei von der Mafia gesteuert.
  • Unter Trumps erster Amtszeit (2018) erließ die EPA eine "Significant New Use Rule" (SNUR), die entgegen der Darstellung vieler Medien den Asbesteinsatz nicht ausweitete, sondern einen Genehmigungsprozess für die Wiederaufnahme nicht mehr genutzter (aber legaler) Verwendungen einführte. FactCheck.org stellte klar: Diese Regel war laut Experten "an improvement" gegenüber dem Status quo.

Was nicht stimmt oder irreführend ist

  • Trump hat Asbestimporte nicht "wieder eingeführt". Asbestimporte waren zu keinem Zeitpunkt vollständig verboten und liefen auch unter Obama weiter.
  • Die Importe kamen nicht "gezielt aus Russland". Russland wurde erst nach dem brasilianischen Exportverbot (2017) zu einem bedeutenden Lieferanten. Brasilien blieb bis mindestens 2022 der Hauptlieferant (70%).
  • Im März 2024 erließ die Biden-Regierung ein umfassendes Verbot aller verbleibenden Chrysotil-Asbest-Verwendungen unter dem TSCA. Im Juni 2025 erwog die Trump-Regierung, dieses Verbot zu überprüfen, zog diesen Plan aber im Juli 2025 zurück und verteidigte das Biden-Verbot vor Gericht.

Zeitlicher Kontext des Reels

Das Reel stammt vom November 2025. Zu diesem Zeitpunkt war das umfassende Asbestverbot von 2024 in Kraft und wurde von der Trump-Regierung sogar verteidigt. Die Darstellung im Video ist daher nicht nur vereinfacht, sondern zum Veröffentlichungszeitpunkt faktisch überholt.

Gegenquellen

Fazit

Einstufung: Irreführend. Das Reel baut auf realen Elementen auf (Trumps pro-Asbest-Äußerungen, russisches Marketing mit seinem Gesicht, Asbestimporte aus Russland), konstruiert daraus aber eine falsche Kausalerzählung. Trump hat Asbestimporte nicht "wieder eingeführt", sie waren nie verboten. Die Importe aus Russland waren eine Marktfolge des brasilianischen Exportverbots, keine politische Entscheidung Trumps. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Reels (November 2025) verteidigte die Trump-Regierung sogar das umfassende Asbestverbot von 2024.