Link Beschreibung
Facebook-Reel von Bernhard Friedmann mit 61K Views und 2,3K Likes. Präsentiert drei Fallbeispiele, die belegen sollen, dass die AfD rechtsextrem ist. Hashtags: #fckafd #marcant #operationflut #politik. Der Inhalt stammt erkennbar aus dem Umfeld von Marcant (Hashtag und Stil).
Das Reel nennt drei konkrete Fälle:
- Kurt Hättasch, Kevin R. und Hans-Georg P., AfD-Mitglieder der neonazistischen "Sächsischen Separatisten", die auf "Tag X" Sachsen ethnisch säubern wollten
- Birgit Malsack-Winkemann, frühere AfD-Bundestagsabgeordnete, verhaftet 2022 als Teil der Reichsbürger-Putschgruppe um Prinz Reuß
- Daniel Halemba, AfD-Landtagsabgeordneter in Bayern, dessen Zimmer einen von Himmler unterzeichneten SS-Befehl und eine umfangreiche Nazi-Lieder-Sammlung enthielt; verurteilt wegen Geldwäsche und Nötigung
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Fall 1: Sächsische Separatisten
Die Darstellung des Reels ist im Kern korrekt. Die Sächsischen Separatisten sind eine mutmaßlich terroristische Vereinigung mit neonazistischer Ausrichtung, die laut Bundesanwaltschaft seit mindestens 2020 aktiv war. Laut Tagesspiegel: Razzia gegen Neonazi-Terrorgruppe "Sächsische Separatisten" wurden bei der Razzia auch AfD-Politiker erfasst. Kurt Hättasch war tatsächlich AfD-Kommunalpolitiker in Grimma und Schatzmeister der Jungen Alternative in Sachsen sowie Vorstandsmitglied im AfD-Kreisverband Landkreis Leipzig; er arbeitete für einen AfD-Landtagsabgeordneten, wurde nach seiner Verhaftung entlassen. Laut taz: Festnahmen von Neonazis in Sachsen gehörten auch Kevin R. und Hans-Georg P. zur AfD. Die Gruppe plante laut Wikipedia: Sächsische Separatisten, an einem "Tag X" Sachsen ethnisch zu säubern und NS-ähnliche Strukturen zu errichten. Schießtrainings und paramilitärische Übungen sind durch die Ermittlungen belegt. Der Prozess vor dem OLG Dresden begann im Januar 2026.
Fall 2: Birgit Malsack-Winkemann
Alle Kernangaben sind belegt. Malsack-Winkemann war AfD-Bundestagsabgeordnete und wurde am 7. Dezember 2022 im Rahmen der bundesweiten Razzia gegen die Reichsbürger-Gruppe um Heinrich XIII. Prinz Reuß verhaftet. Laut Hessenschau: Reichsbürgerprozess war sie als designierte Justizministerin der Putsch-"Schattenregierung" vorgesehen; ihr wird vorgeworfen, Reichsbürgern Zugang zum Bundestag für Aufklärungsaktionen ermöglicht zu haben. Der Prozess lief seit Mai 2024 vor dem OLG Frankfurt.
Das Reel nennt sie "ehemalige Bundestagsabgeordnete der AfD", korrekt. Der Name "Birgit Malzak-Winkemann" im Reel ist eine leichte Falschschreibung (korrekt: Malsack-Winkemann), was das Reel selbst mit "das ist tatsächlich ihr echter Name" kommentiert.
Fall 3: Daniel Halemba
Die Darstellung des Reels ist weitgehend korrekt, einige Details bedürfen der Präzisierung. Das Reel nennt ihn "Daniel Hallember" (Falschschreibung, korrekt: Halemba). Laut t-online: AfD: Volksverhetzung von Halemba? Höcke als Vorbild, Himmler im Haus wurde in seinem Zimmer in der Burschenschaft Teutonia Prag tatsächlich ein SS-Befehl, unterzeichnet von Heinrich Himmler, gefunden. Auch eine umfangreiche Sammlung von NS-Reden und Rechtsrock-Liedern, darunter Beiträge verurteilter rechtsterroristischer Bands, sind belegt. Das Reel spricht von Beamten des Staatsschutzes, die es als eine der größten je gesehenen Nazi-Sammlungen bezeichnet hätten, dies ist laut Medienberichten so nicht exakt zitiert, sinngemäß aber plausibel. Das Amtsgericht Würzburg verurteilte Halemba am 3. Februar 2026 laut Tagesspiegel: Halemba wegen Geldwäsche und Nötigung verurteilt zu 160 Tagessätzen zu je 190 Euro, also über 30.000 Euro. Das Reel nennt "über 30.000 Euro", das ist korrekt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Er sitzt weiterhin im Bayerischen Landtag, wie der Bayerische Landtag: Profil Daniel Halemba bestätigt.
Die Burschenschaft Teutonia Prag wird seit November 2023 vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet; laut einer Anfrage der Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag wurden in ihren Räumen NS-Devotionalien und ein umfangreiches Waffenarsenal gefunden.
Fazit
Die drei im Reel präsentierten Fälle sind im Kern faktisch korrekt und durch unabhängige Quellen belegt. Kleinere Ungenauigkeiten (Namensschreibweisen, nicht exakt belegte Zitate von Beamten im Fall Halemba) ändern nichts am Gesamtbild. Das Reel übertreibt nicht, die Verbindungen von AfD-Mitgliedern zu neonazistischen Strukturen, Putschplänen und NS-Material sind dokumentiert und Gegenstand laufender oder abgeschlossener Strafverfahren.
