Zur Quelle "Facebook Beiträge" springen
Stand: 13.04.2026

Rund 290 Vergewaltigungen pro Tag in Deutschland laut BKA-Studie 2026

Link Beschreibung

Reel von "Folgsschwärmer". Die Kernaussage: Etwa 290 Vergewaltigungen täglich in Deutschland - eine Zahl aus der LeSuBiA-Dunkelfeldstudie vom 10. Februar 2026, der bisher größten anonymen Bevölkerungsbefragung zu Gewalt in Deutschland, durchgeführt von BKA, Bundesinnenministerium und Bundesfamilienministerium mit rund 15.000 Befragten zwischen 16 und 85 Jahren. Das Reel erwähnt außerdem, dass Fälle chemischer Unterwerfung wie im Fall Gisèle Pelicot nicht enthalten seien, weil Betroffene meist nichts davon wissen.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Die im Reel genannte Zahl von rund 290 Vergewaltigungen täglich stammt tatsächlich aus der LeSuBiA-Studie (Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag), die das Bundeskriminalamt zusammen mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundesfamilienministerium am 10. Februar 2026 veröffentlicht hat. Es handelt sich um die erste repräsentative Dunkelfeldbefragung dieser Größenordnung in Deutschland seit über 20 Jahren.

Laut dem vollständigen LeSuBiA-Studienbericht ergab die Studie, dass 1,5 Prozent der Frauen und 0,2 Prozent der Männer in den fünf Jahren vor der Befragung eine Vergewaltigung erlebt haben (die BKA-Pressemitteilung nennt 4,0 Prozent für den breiter gefassten Begriff "sexuelle Übergriffe"). Rechnet man diese Prävalenz auf die deutsche Wohnbevölkerung hoch (rund 34,5 Millionen Frauen und 33 Millionen Männer im Alter von 16 bis 85 Jahren), ergibt sich eine Größenordnung von etwa 103.000 bis 107.000 Vergewaltigungen pro Jahr - also grob 280 bis 295 pro Tag. Die im Reel genannte Zahl von "rund 290" ist damit eine plausible, aber vereinfachende Hochrechnung aus den Studiendaten.

Was die Zahl bedeutet und was nicht: Die 290 sind eine Schätzung für das Dunkelfeld, also die tatsächlich geschätzte Häufigkeit - nicht die Zahl angezeigter Fälle. Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 erfasst rund 13.300 registrierte Fälle von Vergewaltigung und schwerem sexuellem Übergriff pro Jahr (etwa 36 pro Tag). Der Unterschied zwischen 36 und 290 illustriert die enorme Dunkelziffer: Laut LeSuBiA werden weniger als 10 Prozent aller Gewalterfahrungen angezeigt - Partnerschaftsgewalt sogar unter 5 Prozent.

Zur Einschränkung beim Fall Pelicot: Der Hinweis im Reel, dass Fälle chemischer Unterwerfung nicht erfasst seien, ist methodisch korrekt - wer im Schlaf oder betäubt vergewaltigt wird, kann das in einer Bevölkerungsbefragung nicht berichten. Das bedeutet aber: Die Dunkelfeldzahl von ~290/Tag ist eher eine Untergrenze. Vergleichbare Fälle in Deutschland, auf die auch Euronews im Kontext der LeSuBiA-Studie hinweist, zeigen, dass diese Täterstrategien real sind.

Einordnung der Quelle: Der Facebook-Kanal "Folgsschwärmer" ist kein eingeordnetes Nachrichtenmedium. Die Kernaussage des Reels ist jedoch sachlich korrekt und stützt sich auf offizielle Primärquellen. Die Zahl wird nicht erfunden oder übertrieben - sie ist eine legitime, wenn auch vereinfachte Hochrechnung aus der Studie.

Fazit

Die Zahl von rund 290 Vergewaltigungen täglich ist eine sachlich begründete Hochrechnung aus der offiziellen BKA-Dunkelfeldstudie LeSuBiA 2026 und nicht übertrieben. Entscheidend für die Einordnung ist der Unterschied zur Polizeistatistik (PKS): Die ~290 beschreiben das geschätzte tatsächliche Ausmaß, nicht die angezeigten Fälle - und machen damit die enorme Dunkelziffer sichtbar, die die Studie selbst betont.