Link Beschreibung
Foodwatch und das Umweltinstitut München wollen gemeinsam gegen den geplanten EU-Downgrade beim Schutz der Ernährungssicherheit vorgehen.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Die EU-Kommission hat im Dezember 2025 Vorschläge für das sogenannte "Food and Feed Omnibus"-Paket vorgelegt. Laut foodwatch sieht dieses Paket vor, dass Pestizid-Wirkstoffe künftig unbefristet zugelassen werden können, statt wie bisher regelmäßig (alle 10-15 Jahre) einer wissenschaftlichen Neubewertung unterzogen zu werden. Foodwatch weist darauf hin, dass seit 2011 rund 50 zuvor zugelassene Pestizid-Wirkstoffe aufgrund neuer Toxizitätserkenntnisse verboten wurden. Ohne die Pflicht zur Überprüfung wären diese Stoffe laut foodwatch wohl noch im Einsatz.
Das Umweltinstitut München betont, dass die regelmäßige Neubewertung von Pestiziden ein zentrales Element des europäischen Verbraucherschutzes sei. Über 90.000 Menschen haben laut dem Umweltinstitut gegen die geplante Abschwächung protestiert.
Ein von mehreren Organisationen (darunter foodwatch, Aurelia Stiftung und ClientEarth) beauftragtes Rechtsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die geplanten Änderungen gegen grundlegende Prinzipien des europäischen Umwelt- und Gesundheitsrechts verstoßen. Kritisiert wird zudem, dass die Kommission das Omnibus-Verfahren nutzt, um diese weitreichenden Änderungen ohne ordnungsgemäße Folgenabschätzung oder umfassende öffentliche Konsultation durchzusetzen.
Auch der Deutsche Naturschutzring hat die Pläne der EU-Kommission scharf kritisiert und das Vorhaben als Abschaffung der Pestizid-Risikoprüfung bezeichnet.
Gegenquellen
- foodwatch: Von der Leyen will Pestizide künftig unbefristet zulassen
- foodwatch AT: EU-Omnibus-Reform (Dezember 2025)
- Umweltinstitut München: Pestizid-Alarm
- Aurelia Stiftung: EU-Deregulierung bei Pestizid-Zulassungen (Januar 2026)
- Deutscher Naturschutzring: Rechtsgutachten belegt Rechtswidrigkeit
Fazit
Die Warnung von foodwatch und dem Umweltinstitut München vor einem Abbau des Verbraucherschutzes bei Pestizid-Zulassungen ist durch die konkreten Vorschläge der EU-Kommission im Omnibus-Paket sachlich begründet. Mehrere unabhängige Rechtsgutachten und Umweltorganisationen teilen diese Einschätzung. Die Kritik am Verfahren (Omnibus-Schnellverfahren ohne ausreichende Folgenabschätzung) wird breit getragen.
