Link Beschreibung
Hans Meiner teilt Christine Oehlers Analyse-Brief an den Tagesspiegel: Das Bekennerschreiben zum Sabotageakt auf die Berliner Strominfrastruktur in Lichterfelde (04.01.2026) sei eine hybride Fälschung mit Merkmalen einer professionellen russischen Desinformationsoperation, belegt durch das "Vans-Paradoxon" (kyrillische Quellsprache) und die "Shtyr"-Anomalie (russischer Fachbegriff als Übersetzungsfehler).
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Am 3. Januar 2026 verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz in Lichterfelde, der rund 45.000 Haushalte betraf, der längste Stromausfall in Berlin seit 1945. Eine Gruppe namens "Vulkangruppe" bekannte sich in einem elfseitigen Schreiben zu dem Anschlag.
CDU-Politiker Roderich Kiesewetter äußerte laut Tagesspiegel den Verdacht, das Bekennerschreiben sei aus dem Russischen übersetzt worden. Die hier geteilte Analyse von Christine Oehler greift diese These auf und nennt sprachliche Anomalien als Beleg.
Die Berliner Polizei widersprach dieser Einschätzung deutlich: Vizepräsident Marco Langner bezeichnete die Russland-Spekulationen als "die üblichen Fake-News, die wir in solchen Situationen immer bekommen" und verwies auf klare Ermittlungsergebnisse Richtung Vulkangruppe. Der Berliner Verfassungsschutz fand Übereinstimmungen in Struktur und Stil mit acht früheren Bekennerschreiben der Gruppe. Laut taz wies eine zweite Erklärung der Vulkangruppe die Russland-Spekulationen ausdrücklich zurück. Der Generalbundesanwalt übernahm die Ermittlungen wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.
Fazit
Die These einer russischen Fälschung des Bekennerschreibens wurde von Berliner Polizei und Verfassungsschutz nicht bestätigt. Die Ermittlungsbehörden ordneten den Anschlag linksextremistischen Strukturen zu. Oehlers linguistische Analyse steht im Widerspruch zu den offiziellen Ermittlungsergebnissen.
