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Stand: 27.03.2026

Kelly Banks: Das ADHS-Ton-Paradox

Wahr

Link Beschreibung

Kelly Banks beschreibt ein ADHS-Paradox rund um Rejection Sensitivity und Tonwahrnehmung: Menschen mit ADHS reagieren häufig extrem empfindlich auf den Ton anderer, selbst auf wahrgenommene Kritik, die gar nicht gemeint war (Rejection Sensitive Dysphoria, RSD). Gleichzeitig haben viele Betroffene große Schwierigkeiten, ihren eigenen Ton zu regulieren, besonders wenn sie müde, hungrig oder gestresst sind. Banks fasst das treffend zusammen: "Please, please, please don't hurt my feelings. But also, I might hurt yours and I'm sorry and I'm working on it forever."

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Das beschriebene Phänomen ist gut dokumentiert. Rejection Sensitive Dysphoria (RSD) gilt als eines der am häufigsten übersehenen ADHS-Symptome. Der Begriff wurde vor allem durch den ADHS-Spezialisten William Dodson geprägt; eine Übersicht von ADDitude Magazine beschreibt, dass Betroffene emotionale Reaktionen auf (reale oder wahrgenommene) Ablehnung oder Kritik als deutlich intensiver erleben als Menschen ohne ADHS.

Die gleichzeitige Schwierigkeit mit der Tonregulierung des eigenen Sprechens ist ebenfalls belegt. Sie hängt mit Defiziten in der exekutiven Funktion und der Selbstüberwachung zusammen, die bei ADHS typisch sind. Das Journal of Attention Disorders dokumentiert, wie Einschränkungen exekutiver Funktionen bei ADHS das emotionale und soziale Verhalten beeinflussen.

Kelly Banks ist ADHS-Coachin mit Master in Sozialarbeit (MSW) und Autorin von "Chaotic Discipline".

Fazit

Das beschriebene Paradox, fremde Kritik sehr stark zu spüren, die eigene aber schlecht zu kontrollieren, entspricht dem aktuellen Forschungsstand zu RSD und exekutiven Funktionen bei ADHS. Banks' Darstellung ist sachlich korrekt.