Link Beschreibung
Pramila Jayapal: Massenabschiebungen schaffen keine neuen Arbeitsplätze und ersetzen keine Wirtschaftspolitik.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Jayapals Aussage wird durch umfangreiche wirtschaftswissenschaftliche Forschung gestützt. Die Annahme, dass durch Abschiebung von Einwanderern automatisch Arbeitsplätze für einheimische Arbeitnehmer frei werden, beruht auf dem ökonomisch widerlegten "Lump of Labour"-Trugschluss, der falschen Vorstellung, es gäbe eine feste Anzahl von Arbeitsplätzen.
Mehrere renommierte Forschungsinstitute kommen zu übereinstimmenden Ergebnissen:
Das Penn Wharton Budget Model (University of Pennsylvania, Juli 2025) berechnet, dass eine 4-jährige Massenabschiebungspolitik das BIP bis 2034 um 1,0 % senken würde, eine 10-jährige Politik sogar um 3,3 %. Die Durchschnittslöhne würden um 0,5 % bzw. 1,7 % fallen. Zwar könnten autorisierte Geringqualifizierte kurzfristig Lohnzuwächse sehen, doch die Verluste für die 63 % hochqualifizierten Arbeitnehmer überwiegen deutlich.
Brookings erklärt, dass Massenabschiebungen Branchen schädigen, die auf Einwandererarbeit angewiesen sind, was zu Jobverlusten auch für US-Bürger in komplementären Berufen führt.
Das Peterson Institute for International Economics (PIIE) zeigt, dass historische Massenabschiebungen unter den Regierungen Kennedy, Johnson, Roosevelt und Coolidge entweder keine neuen Jobs schufen oder die Beschäftigung und Einkommen von US-Arbeitnehmern sogar schädigten.
Eine Analyse der Obama-Ära-Abschiebungen ergab laut University of Chicago Press Journals, dass die Abschiebung von 500.000 Einwanderern etwa 44.000 Arbeitsplätze für in den USA geborene Arbeitnehmer kostete.
Der American Immigration Council schätzt die Kosten eines neuen Massenabschiebungsprogramms auf fast 1 Billion Dollar über ein Jahrzehnt, bei gleichzeitigem Verlust von zig Milliarden Dollar jährlicher Steuereinnahmen.
Econofact (Tufts University/Fletcher School) beantwortet die Frage "Do mass deportations cause job losses for American citizens?" mit einem klaren "Yes" und verweist auf die historische Evidenz.
Einschränkend ist zu sagen: Jayapals Aussage ist eine Vereinfachung einer komplexen ökonomischen Debatte. Es gibt Studien, die zeigen, dass bestimmte Gruppen von Geringqualifizierten kurzfristig von reduzierten Einwanderungszahlen profitieren könnten. Der wirtschaftliche Gesamteffekt von Massenabschiebungen fällt nach herrschender ökonomischer Meinung dennoch klar negativ aus.
Gegenquellen
- Penn Wharton Budget Model: Mass Deportation, Fiscal and Economic Effects (Juli 2025)
- Econofact: Do mass deportations cause job losses for American citizens?, Antwort: Yes
- PIIE: Trump's proposed mass deportations would backfire on US workers
- Brookings: The labor market impact of deportations
- EPI: Trump's deportation agenda will destroy millions of jobs
- American Immigration Council: Mass Deportation, Devastating Costs
Fazit
Jayapals Kernaussage ist durch die wirtschaftswissenschaftliche Forschung gut belegt. Massenabschiebungen schaffen nach übereinstimmender Einschätzung renommierter Institute (Penn Wharton, Brookings, PIIE, EPI) keine neuen Arbeitsplätze für einheimische Arbeitnehmer, sondern schaden der Gesamtwirtschaft. Die historische Evidenz bestätigt dies.
