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Stand: 13.04.2026

Reaktion auf Lena Kotrés Idee, bis zu 22 Millionen Menschen aus Deutschland zu entfernen

Link Beschreibung

Reel von Lutz Tenkhoff, veröffentlicht am 1. Februar 2026. Er reagiert auf eine Aussage der AfD-Landtagsabgeordneten Lena Kotré (Brandenburg), die bei einer Diskussionsveranstaltung mit dem Rechtsextremisten Martin Sellner am 22. Januar 2026 in Vetschau (Spreewald) laut fragte: "Brauchen wir wirklich 82 Millionen Menschen in diesem Land? Reichen nicht erstmal 60 Millionen aus, bis sich die Geburtenrate wieder erholt hat?" Im Reel wird eingeblendet: "Tolles von Lena Cotré sic gefunden". Der Videotitel des Reels lautet: "Lena Korté von der AfD hat eine Idee."

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Die Kernaussage des Reels - dass Lena Kotré implizit die Entfernung von rund 20 bis 22 Millionen Menschen aus Deutschland fordert - ist sachlich korrekt und durch mehrere unabhängige Quellen belegt.

Kotré äußerte sich bei einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung mit dem rechtsextremen österreichischen Aktivisten Martin Sellner am 22. Januar 2026 in einem Autohaus in Vetschau (Brandenburg). Die Veranstaltung fand trotz des Widerstands der AfD-Parteispitze statt, nachdem Sellner Kotré kurzfristig einlud und sie zusagte. Ihr Wortlaut laut Correctiv: "Remigration - AfD-Frau Kotré und Extremist Sellner bei Vortrag" (23. Januar 2026):

"Brauchen wir wirklich 82 Millionen Menschen in diesem Land? Reichen nicht erstmal 60 Millionen aus, bis sich die Geburtenrate wieder erholt hat?"

Die Differenz zwischen 82 und 60 Millionen beträgt 22 Millionen. Das Reel spricht von "23 Millionen", was eine leichte Ungenauigkeit darstellt, aber die Größenordnung korrekt wiedergibt. Brandenburgs Innenminister René Wilke fragte in einer Pressemitteilung des Innenministeriums Brandenburg vom 27. Januar 2026, "was dies für mehr als 20 Millionen Vertriebene bedeuten würde."

Kotré ist AfD-Landtagsabgeordnete in Brandenburg und bezeichnet sich selbst als "remigrationspolitische Sprecherin" ihrer Fraktion. Der brandenburgische Verfassungsschutz stuft sie laut Tagesspiegel: "Lena Kotré auch gesichert rechtsextremistisch" als gesichert rechtsextremistisch ein. Laut NZZ: "Wir lassen uns die Remigration nicht nehmen" (23. Januar 2026) versprach Kotré auf der Veranstaltung auch: "Wir werden das Abendland retten" und kündigte an, bei einer Regierungsbeteiligung werde "abgeschoben, bis die Startbahn glüht."

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Zuge des Compact-Urteils das "Remigrationskonzept" von Martin Sellner als verfassungswidrig eingestuft, weil es die Menschenwürde verletze und deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund als Staatsbürger zweiter Klasse behandle. Laut dem Kölner Rechtsprofessor Markus Ogorek, zitiert in Correctiv, könne die Forderung nach "millionenfacher Remigration" eine "Schutzbehauptung" sein, wenn dabei implizit auch Staatsbürger gemeint sind.

Fazit

Kotrés Aussage - eine Bevölkerungsreduktion von 82 auf 60 Millionen anzustreben - ist durch multiple glaubwürdige Quellen belegt. Die im Reel genannte Zahl von "23 Millionen" weicht minimal von der rechnerischen Differenz von 22 Millionen ab, trifft die Aussage aber im Kern. Das Reel stellt Kotrés Äußerung korrekt dar.

Transkript

Hallo, aus der Republik Schwachsinn aus dem AfD-Versuchslabor habe ich etwas Tolles von Lena Cotré gefunden. Frau Lena Cotré ist stellvertretende parlamentarische Geschäftsführerin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg. Frau Lena Cotré möchte gerne rund 23 Millionen Menschen aus Deutschland deportieren, weil sie meint mit 60 Millionen kommen wir auch gut klar. Sie benutzt dafür einen Kampfbegriff der AfD, von dem sie möchte, dass er in die Köpfe der Nation einzickert und den Gefallen, ihn zu wiederholen, ich an dieser Stelle nicht erweisen werde.

Selbst wenn die persönliche moralische Verwahrlosung ein Niveau erreicht hat, dass es einem dann ermöglicht, diese Idee gut zu finden, kollabiert dieses Gedankenexperiment gleich an drei Stellen: Recht, Praxis, Logistik und Folgen für Staat und Wirtschaft. In Deutschland leben stand 2024 rund 25,2 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, davon 13 Millionen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Gemäß Artikel 16 Absatz 1 Grundgesetz darf die deutsche Staatsangehörigkeit nicht entzogen werden. Gut, Grundgesetz ist nicht so jeden Schnuppe.

Also um 20 Millionen Menschen loszuwerden, müsste Frau Cotré massenhaft Staatsangehörigkeiten rechtswidrig entziehen oder Deutsche gegen ihren Willen außer Landes bringen - und zwar ohne Zielstaat. Unter den Augen der Weltöffentlichkeit natürlich, millionenfach mit Handyvideos dokumentiert, soll diese Massendeportation mitten in Europa durchgeführt werden. Natürlich ohne dass die Zielstaaten gefragt werden und in der Hoffnung, dass diese Staaten das trotzdem völlig okay finden. Um die 20 Millionen Leute auszufliegen, müssten rund 100.000 Flüge organisiert werden. Vorher müssten die Leute eingesammelt, irgendwo zwischengelagert und wahrscheinlich irgendwo in Brandenburg verpflegt werden.

Nachdem diese Anlaufproblemchen von Frau Cotré gelöst wurden - indem sie mit den Staatschefs telefoniert hat oder so - bricht leider das deutsche Bruttoinlandsprodukt zweistellig ein, weil sechs bis acht Millionen Arbeitskräfte und deren Nachfrage gleichzeitig weg sind. In Branchen wie Gastronomie, Logistik, ÖPNV, Lebensmittelverarbeitung kommt es sofort zu Stillständen und ganze Lieferketten brechen zusammen. Hunderttausende Patienten und pflegebedürftige Menschen sind unversorgt, und zwar sofort. In manchen Branchen fallen über 50 Prozent der Beschäftigten weg. Ich bin aber zuversichtlich, dass Frau Cotré das mit ein paar Herrenmenschen kurzfristig ausgleichen wird.

Das erste Flugzeug fliegt allerdings mit Frau Cotré nach Frankreich, wo sie vermutlich herkommt. Das accent de vie, auf das sie so wertlegt, ist in Deutschland ja eher ungebräuchlich. Also bon voyage, Madame Cotré.