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Stand: 28.03.2026

Helmut Kleebank zu den Tricks der AfD

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Faktenfackel Bewertung

Einordnung

In diesem Reel aus dem Bundestag listet Helmut Kleebank (SPD) fünf rhetorische Methoden auf, mit denen er Klimawandelleugner und die AfD konfrontiert. Er nennt sie einen "toxischen Cocktail", der Woche für Woche im Parlament serviert werde.

Die fünf beschriebenen Techniken sind:

  1. Pseudo-Experten, Unqualifizierte Personen werden als Fachleute deklariert, nicht existierende Gruppen werden aufgebläht, um einen angeblichen Wissenschaftsstreit zu konstruieren.
  2. Logikfehler, Aus Fakten werden falsche Schlüsse gezogen, zum Beispiel "CO2 ist harmlos, weil sich Pflanzen davon ernähren" oder "Klimawandel gab es schon immer".
  3. Unerfüllbare Erwartungen, An Forschungsergebnisse werden erkennbar unrealistisch hohe Anforderungen gestellt, um sie anschließend als gescheitert darzustellen. Beispiel: "Klimamodelle liefern keine präzisen Vorhersagen, daher taugen sie nichts."
  4. Rosinenpickerei, Einzelne methodisch schwache Studien werden herausgepickt, die scheinbar gegen den Konsens des IPCC stehen.
  5. Verschwörungstheorien, Geheime Organisationen sollen Daten verfälschen; Generalverdacht und Opferrolle erzeugen eine Immunität gegenüber Belegen.

Kleebanks Beschreibung deckt sich mit dem, was Wissenschaftskommunikatoren als "FLICC"-Techniken (Fake experts, Logical fallacies, Impossible expectations, Cherry picking, Conspiracy theories) bezeichnen, ein etabliertes Analyseschema für Wissenschaftsleugnung, das unter anderem vom Skeptical Science-Team beschrieben wurde.

Die konkreten Beispiele, die Kleebank nennt, sind treffend dokumentiert: Die Aussage "CO2 ist harmlos, weil Pflanzen es brauchen" ignoriert, dass erhöhte CO2-Konzentrationen zwar Pflanzenwachstum unter Laborbedingungen steigern können, aber gleichzeitig den Nährstoffgehalt von Nahrungspflanzen senken und das globale Klimasystem destabilisieren, ein klassischer Logikfehler durch übermäßige Vereinfachung. Der IPCC AR6-Bericht (2021) dokumentiert den wissenschaftlichen Konsens zu menschengemachtem Klimawandel umfassend.

Das Argument gegen Klimamodelle ("keine präzisen Vorhersagen, daher nichts wert") verkürzt den Zweck von Klimamodellen: Sie sollen keine punktgenauen Wettervorhersagen liefern, sondern Trends und Wahrscheinlichkeitsverteilungen abbilden, eine Erwartung, die Kleebank korrekt als "unerfüllbar und erkennbar unerfüllbar" einordnet.

Fazit

Kleebanks Beschreibung der AfD-Methoden ist sachlich korrekt und basiert auf einem in der Wissenschaftskommunikation gut etablierten Analysemuster. Das Video liefert eine kompakte und zutreffende Einordnung von Desinformationstaktiken, die im Bereich Klimawandel besonders häufig eingesetzt werden. Direkt belegbar sind die genannten Techniken anhand zahlreicher AfD-Reden im Bundestag sowie in der Forschungsliteratur zu Wissenschaftsleugnung.