Link Beschreibung
Übermedien analysiert, wie das Boulevardblatt BILD über Donald Trumps strafrechtliche Verurteilungen und Kriminalität berichtet, und was dabei weggelassen oder verzerrt wird.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Der zugrunde liegende Übermedien-Artikel von Autorin Lisa Kräher (11. Dezember 2025) analysiert die BILD-Berichterstattung über ein Politico-Interview mit Donald Trump. Zentrale Kritikpunkte:
BILD übernahm Trumps Behauptung, Deutschland sei vor 2015 "kriminalitätsfrei" gewesen, als Schlagzeile, ohne auf die offensichtliche Falschheit hinzuweisen. BILD-Moderator Thomas Kausch korrigierte die Aussage laut Übermedien zwar kurz mit der Bemerkung, es sei "natürlich nicht wahr", behandelte dies aber nur als Randbemerkung. Weder die Interviewerin Dasha Burns noch BILD-Reporter Filipp Piatov stellten die Behauptung in ihren Berichten richtig.
Kräher bezeichnet die Berichterstattung als "Journalismus-Simulation" und verweist auf Steve Bannons Strategie des "Flood the zone with shit" (Übersetzung: "Überflute alles mit Unsinn"), bei der Medien systematisch mit Falschbehauptungen überwältigt werden. BILD habe sich daran beteiligt, statt dagegen zu arbeiten, und aus einem einzigen Interview fast ein Dutzend Artikel produziert, die hauptsächlich der Schlagzeilenproduktion dienten.
Zum Hintergrund: Trump wurde im Mai 2024 in New York in allen 34 Anklagepunkten im Schweigegeldprozess um Zahlungen an Stormy Daniels schuldig gesprochen. Es war das erste Mal, dass ein ehemaliger US-Präsident strafrechtlich verurteilt wurde. Im Januar 2025 verhängte Richter Juan Merchan eine "unconditional discharge", also keine Haft- oder Geldstrafe, aber der Schuldspruch blieb bestehen.
Gegenquellen
- Übermedien: Faktisch faktenarme Bullshit-Show in "Bild" (11. Dezember 2025)
- Wikipedia: The People of the State of New York v. Donald J. Trump
- ZDF: Trumps Schweigegeldprozess, Ein Straftäter wird US-Präsident
- taz: Donald Trump verurteilt, Schuldig in allen 34 Anklagepunkten
Fazit
Die Übermedien-Kritik an der BILD-Berichterstattung ist fachlich fundiert und durch konkrete Beispiele belegt. Die unkritische Übernahme nachweislich falscher Aussagen als Schlagzeilen widerspricht journalistischen Grundsätzen. Die Einordnung als "Journalismus-Simulation" ist eine redaktionelle Bewertung von Übermedien, die angesichts der dokumentierten Versäumnisse nachvollziehbar begründet wird.
