Link Beschreibung
Charlotte Mende wundert sich, dass die 75 Prozent der Menschen, die Angst vor Rechtsextremismus haben, in Talkshows und öffentlichen Debatten nicht vorkommen. Video ursprünglich auf Instagram geteilt von der Duisburger Seite von Omas gegen rechts.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Charlotte Mende ist Soziologin und forscht zu Rechtsextremismus und Geschlecht, u. a. für die Amadeu-Antonio-Stiftung und das Wuppertaler Institut für Demokratie und Toleranz.
Der von ihr genannte Wert von "75 Prozent" deckt sich gut mit mehreren Studien. Die FES Mitte-Studie 2024/25 (Friedrich-Ebert-Stiftung, veröffentlicht November 2025) kommt zu dem Ergebnis, dass 70 Prozent der Bevölkerung den zunehmenden Rechtsextremismus als Bedrohung für Deutschland wahrnehmen, und 76,1 Prozent lehnen rechtsextreme Einstellungen ab. Die Konrad-Adenauer-Stiftung ermittelte in einer repräsentativen Befragung von Oktober 2024 bis Januar 2025, dass 74 Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund dem Rechtsextremismus gegenüber Angst empfinden. Der Wert von "75 Prozent" ist damit als grobe, aber nicht falsche Vereinfachung einzustufen.
Mendes weitergehende Beobachtung, dass diese Mehrheit in Talkshows kaum repräsentiert ist, ist eine qualitative Einschätzung ohne direkte messbare Belegbarkeit. Sie fügt sich jedoch in eine breitere medienwissenschaftliche Debatte über die Überrepräsentation rechter Positionen in Talkshow-Formaten ein.
Fazit
Die Kernzahl von rund 75 Prozent Deutschen mit Angst vor Rechtsextremismus ist durch mehrere aktuelle Studien plausibel belegt. Mendes Kritik an der Unterrepräsentation dieser Mehrheit in öffentlichen Debatten ist eine nachvollziehbare, aber empirisch schwer messbare Einschätzung.
