The Goodforces GmbH
Berliner Agentur für politische Kommunikation und Wahlkampagnen

Über die Quelle
The Goodforces GmbH wurde im Juli 2024 von der Berliner Kreativagentur The Goodwins zusammen mit den Kommunikationsberatern Peter Jelinek und Patrick Haermeyer gegründet, die ihre 2023 gestartete eigene Firma Green State in die neue Agentur einbrachten. PRreport: The Goodwins gründen The Goodforces (10. Juli 2024) beschreibt The Goodwins als auf Nachhaltigkeit, Transparenz und Fairness spezialisierte Kreativagentur. The Goodforces und The Goodwins operieren seither unter der gemeinsam gegründeten Holding Good Choice. Laut Impressum sind Patrick Haermeyer und Peter Jelinek Geschäftsführer der GmbH, eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) unter HRB 266223 B, Sitz Kollwitzstr. 76, 10435 Berlin.
Beide Geschäftsführer stammen laut einer Recherche der F.A.Z.: "Taktisch Wählen 2026" - Ist das verkappte Wahlwerbung? aus dem grünen Umfeld: Haermeyer saß für die Grünen im Gemeinderat von Mannheim, Jelinek arbeitete als Mitarbeiter des grünen Europaabgeordneten Michael Bloss. Im baden-württembergischen Landtagswahlkampf 2026 verschaffte die Agentur nach F.A.Z.-Recherche einem älteren Videoausschnitt des CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel zusätzliche Reichweite in sozialen Netzwerken. Haermeyer widersprach gegenüber der F.A.Z. der Darstellung, die Agentur arbeite gezielt gegen die CDU, und verwies auf vergleichbare Unterstützung für CDU-Politiker wie Hendrik Wüst oder Daniel Günther.
Dieselben beiden Geschäftsführer sind auch Vorstände des eingetragenen Vereins TGF Media, der laut eigenen Angaben unter tgf.media "demokratische Öffentlichkeit stärken und schützen" will und das Edelweiß-Netzwerk betreibt. Dieses richtet sich gegen "die Medienmacht der Neuen Rechten" und initiierte im März 2026 eine Kampagne gegen das Portal Nius und dessen Gründer Julian Reichelt, bei der Nutzerkommentare aus den Nius-Kommentarspalten dem Chefredakteur zugeschrieben wurden. taz: Kampagne gegen Nius und Frauenhass (19. März 2026) bestätigt Jelineks Rolle als Mitinitiator.
Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 betreibt The Goodforces die Kampagne "Taktisch Wählen 2026", die auf taktisch-waehlen.de mit einem Online-Tool wahlkreisbezogene Empfehlungen für die Erst- und Zweitstimme gibt, um ein Scheitern von SPD und Grünen an der Fünf-Prozent-Hürde und damit eine mögliche AfD-Alleinregierung unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zu verhindern. Nach Angaben der Kampagne gab es ähnliche Aktionen bereits vor den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg. queer.de: Kampagne "Taktisch Wählen 2026" (25. Juli 2026) und Hallespektrum: Zwischenbilanz (14. August 2026) beschreiben ehrenamtliche Haustürwahlkampf-Wochenenden in Halle und Magdeburg. Laut F.A.Z.-Recherche empfiehlt das Tool in allen 41 Wahlkreisen ausschließlich SPD oder Grüne für die Zweitstimme, obwohl auch FDP und BSW nahe an der Fünf-Prozent-Hürde liegen. BSW, FDP und mehrere CDU-Politiker bezeichneten die als "überparteilich" beworbene Kampagne deshalb öffentlich als einseitig beziehungsweise als "verkappte Wahlwerbung".
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Faktenfackel Bewertung
Die Verbindung zwischen The Goodforces und den unterstützten Parteien ist über das offizielle Spendenregister nachvollziehbar, aber nur, weil das Parteiengesetz das erzwingt. Im Großspendenregister des Bundestages sind für Juli 2026 zwei Einträge von "The Goodforces GmbH, Kollwitzstr. 76, 10435 Berlin" verzeichnet: je 38.150 Euro an Bündnis 90/Die Grünen und die SPD, Eingangsdatum 27. Juli 2026. Laut F.A.Z.-Recherche ist dabei kein Geld direkt geflossen. Es handelt sich um den geschätzten Werbewert der Kampagne "Taktisch Wählen 2026", den die Agentur nach eigenen Angaben aus eigenen Mitteln finanziert und den SPD und Grüne als Spende nach § 27a Parteiengesetz gemeldet haben. Diese Vorschrift verpflichtet Personen und Organisationen, die eigenständig Wahlwerbung zugunsten einer Partei betreiben ("Parallelaktion"), die begünstigte Partei vorab zu informieren; widerspricht die Partei nicht, gilt die Maßnahme als angenommene Spende. SPD und Grüne bestätigten der F.A.Z., keinen inhaltlichen Einfluss auf die Kampagne genommen zu haben. Der rechtliche Unterschied zu einer direkt beauftragten und bezahlten Wahlwerbung ist damit klar dokumentiert, auch wenn Kritiker aus BSW, FDP und CDU der Kampagne dennoch faktische Nähe zu SPD und Grünen vorwerfen.
Ob The Goodforces darüber hinaus staatliche Mittel erhält, etwa Fördermittel für die verbundenen Projekte TGF Media e. V. oder Edelweiß-Netzwerk, ließ sich in dieser Recherche weder belegen noch ausschließen. Weder im Handelsregistereintrag noch im Impressum noch in der verfügbaren Presseberichterstattung fanden sich Hinweise auf öffentliche Förderung der GmbH selbst.
Wer die Agentur über die dokumentierten Parteispenden hinaus finanziert, bleibt größtenteils intransparent. The Goodforces nennt öffentlich nur grobe Kundenkategorien (zivilgesellschaftliche Organisationen, EU-Parlamentarier, Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien), eine Kundenliste veröffentlicht die Agentur nicht. Einzelne Projekte wie "Taktisch Wählen 2026" oder das Edelweiß-Netzwerk sind über die jeweiligen Impressen eindeutig The Goodforces beziehungsweise dem Verein TGF Media zuzuordnen, was für eine grundsätzliche Auffindbarkeit spricht. Wie genau diese Projekte finanziert werden, stützt sich jedoch überwiegend auf Eigenangaben der Agentur, die sich unabhängig kaum nachprüfen lassen.
Fazit
The Goodforces ist eine legale politische Kommunikationsagentur mit klar dokumentierter Geschäftsführung und, im Fall von "Taktisch Wählen 2026", einer nach Parteiengesetz korrekt gemeldeten Finanzierung. Personell und inhaltlich steht die Agentur jedoch erkennbar im grün-sozialdemokratischen Lager, kampagnisiert wiederholt einseitig gegen CDU-Politiker und rechte Medien, und wie sie sich abseits der gemeldeten Parteispenden finanziert, bleibt größtenteils unbelegt.