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Stand: 14.07.2026

Video erklärt CORRECTIV-Recherche zum internen KI-Tool der AfD (Alternita Studio)

Link Beschreibung

YouTube-Short der Creatorin "Tech like Vera" (Originaltitel "Das ist eigentlich verboten"), das die CORRECTIV-Undercover-Recherche zum internen KI-Tool der AfD kompakt zusammenfasst. Die im Video geschilderten Kernpunkte:

  • Die AfD arbeite mit einem selbst gebauten KI-Tool namens "Alternita Studio", das an ihre Kreisverbände ausgegeben werde.
  • Das Tool gehöre einer Firma von Hans-Holger Malcomeß, dem Leiter der AfD-Bundeszentrale, und diese Firma gehöre wiederum der AfD selbst.
  • Alle 15 Minuten ziehe das Tool Meldungen von ausgewählten Webseiten ein und bewerte jede nicht nach Relevanz oder Wahrheitsgehalt, sondern danach, wie viel Wut und Empörung sich daraus machen lasse.
  • Aus einer einzelnen Meldung erzeuge es dann rund zehn fertige, KI-generierte Social-Media-Posts für verschiedene Plattformen.
  • Die Tonalität lasse sich regional abstufen: mildere Variante für Hessen, schärfere für den Osten.
  • Technisch greife das Tool über bezahlte API-Schnittstellen auf die Modelle von Google, Anthropic und OpenAI zu und umgehe so deren Chat-Richtlinien, die politische Kampagnen eigentlich untersagen.

Das Video bewertet das Ganze als "Empörungsfabrik", die nur darauf ausgelegt sei, negative Emotionen auszulösen, und schließt mit der Frage, ob man eine Partei wählen wolle, die "einfach nur auf Wut aufbaut".

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Die zugrunde liegende Recherche von CORRECTIV existiert und ist gut belegt: Ein Reporter erhielt unter falschem Namen Zugang zu einem Schulungswebinar und wurde dort von Mario Hau, einem Mitarbeiter der AfD-Bundesgeschäftsstelle, durch das Tool "Alternita Studio" geführt. Faktenfackel hat die Recherche bereits eigenständig in einem separaten Quellenlink bewertet und dort auch die ergänzende digitalpolitisch-rechtliche Einordnung des Kooperationspartners Zentrum für Digitalrechte und Demokratie sowie die Gegendarstellung der AfD-Anwälte dokumentiert.

Im Kern gibt das Video die Recherche zutreffend wieder, enthält aber einige Ungenauigkeiten. Die Aussage, das Tool "gehöre" Hans-Holger Malcomeß, ist verkürzt: Laut Handelsregistereintrag ist Malcomeß alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer der Alternita GmbH, die Firma selbst gehört laut CORRECTIV der AfD. Das Video benennt diesen Punkt zwar im gleichen Atemzug korrekt nach ("das Tool gehört einer Firma, die selbst der AfD gehört"), die vorangehende Formulierung kann aber trotzdem den Eindruck von Privateigentum erwecken. Auch das Regionalzitat ("In Hessen die abgeschwächte Variante, im Osten darf man draufhauen") stammt nicht von einem "AfD-Politiker", sondern von Hau, einem Angestellten der Bundesgeschäftsstelle, der laut CORRECTIV zugleich Social-Media-Verantwortlicher der Bundestagsfraktion ist. Die im Video genannten Eckdaten zum Mechanismus decken sich mit der Originalrecherche: den 15-Minuten-Takt bestätigt CORRECTIV wörtlich (das System ziehe "rund um die Uhr, alle 15 Minuten" Meldungen über RSS-Feeds ein), ebenso die rund zehn Textbausteine pro Meldung (konkret fünf Titel, drei Tweets, ein Instagram-Text, eine Grafik in den Parteifarben, optional eine Zitatbox im Bild-Stil), die regionale Tonabstufung und die Arbeitsteilung der Modelle (Gemini für Texte, ChatGPT für Grafiken, Claude für die Transkription von Reden). Präziser ist die Recherche beim Bewertungskriterium: Das Tool sortiert die Meldungen nicht ausdrücklich nach "Wut und Empörung", sondern danach, wie stark sie sich voraussichtlich in sozialen Netzwerken verbreiten. Im Ergebnis stehen laut CORRECTIV "Geschichten über echte oder behauptete Gewalt durch Ausländer" zuverlässig oben, die Zuspitzung des Videos auf "Empörung" trifft also die Wirkung, nicht die exakte Metrik. Auch die Reichweite verkürzt das Video leicht: CORRECTIV belegt, dass Kreisverbände einen Zugang erhalten können, nicht aber eine flächendeckende Verteilung in ganz Deutschland.

Die Behauptung, über die bezahlte API-Schnittstelle würden die Richtlinien der Anbieter "umgangen", vereinfacht einen differenzierteren Befund: CORRECTIV beschreibt konkret einen Umformulierungstrick, mit dem der Bildfilter von OpenAI ausgetrickst wird, sowie automatisierte Anfragen ohne menschliche Prüfung. Die AfD-Anwälte bestreiten laut CORRECTIV, dass Alternita Richtlinien der KI-Anbieter umgehen könne, und stellen weitere Kernpunkte infrage: Das Tool sei noch in der Entwicklungsphase mit Markteinführung erst 2027, Alice Weidel nutze nur die Veröffentlichungs-, nicht die Generierungsfunktion, und unmarkierte KI-Bilder seien ein Anwendungsfehler der Nutzer. Diese Gegendarstellung erwähnt das Video nicht.

Fazit

Das Video fasst eine reale, solide recherchierte CORRECTIV-Enthüllung im Kern zutreffend zusammen, vereinfacht aber Details zu Eigentümerschaft, Sprecher und API-Mechanismus und lässt die AfD-Gegendarstellung unerwähnt. Wie bei der Primärquelle handelt es sich um eine Systemrecherche mit von der AfD bestrittenen Einzelpunkten, weshalb Faktenfackel hier kein isoliertes Urteil fällt.