AFP Faktencheck
Faktencheck-Redaktion der französischen Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP).

Über die Quelle
AFP Faktencheck ist die Faktencheck-Redaktion der Agence France-Presse (AFP), einer der drei großen globalen Nachrichtenagenturen neben Reuters und AP. AFP selbst hat eine besondere Rechtsform: Ein französisches Gesetz von 1957 gibt der Agentur den Status einer autonomen Organisation eigener Art (organisme autonome), die zivilrechtlich eigenständig ist, nach kaufmännischen Grundsätzen arbeitet und laut Gesetz keiner ideologischen, politischen oder wirtschaftlichen Einflussnahme unterliegen darf (Légifrance: Loi n° 57-32 du 10 janvier 1957). Diese Konstruktion soll die Agentur sowohl vor staatlichem als auch vor privatwirtschaftlichem Einfluss schützen, auch wenn ein erheblicher Teil ihrer Einnahmen aus Abonnements französischer Staatsinstitutionen stammt.
Das AFP-Faktencheck-Netzwerk arbeitet nach eigenen Angaben in neun Sprachen mit eigenen Redaktionsstandorten und veröffentlicht auf mehreren länderspezifischen Domains, etwa Französisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Katalanisch, Arabisch, Polnisch, Indonesisch und Malaysisch; für den deutschsprachigen Raum betreibt AFP unter faktencheck.afp.com eine eigene Redaktion mit Sitz in Berlin, die für Deutschland, Österreich und die Schweiz zuständig ist. AFP ist seit 2017 Teil des internationalen Faktencheck-Programms von Facebook/Meta und war dort weltweit der größte Partner (Meta: Facebook weitet Faktenprüferprogramm aus).
AFP Faktencheck ist beim International Fact-Checking Network (IFCN) des Poynter Institute als Unterzeichner des Code of Principles gelistet. Die Prüfung durch einen unabhängigen Assessor bestätigte 2020 unter anderem die rechtliche Registrierung der Agentur sowie die Einhaltung der IFCN-Kriterien zu Überparteilichkeit und Fairness (IFCN Code of Principles: AFP-Bewerbung). Nach eigener Darstellung arbeitet die Redaktion mit mindestens zwei unabhängigen Quellen pro zentraler Behauptung, nutzt Werkzeuge wie umgekehrte Bildersuche und die Browser-Erweiterung InVID/WeVerify und vergibt standardisierte Bewertungen wie "Falsch", "Irreführend", "Montage" oder "Fehlender Kontext" (AFP Faktencheck: Wie wir arbeiten).
Meta beendete sein Faktencheck-Programm in den USA im Frühjahr 2025 und ersetzte es dort durch ein "Community Notes"-System; betroffen waren unter anderem Stellen bei AFP (Business & Human Rights Resource Centre: USA: Meta beendet Kooperation mit Faktenprüfer:innen). Für Deutschland und die übrige EU lief die Zusammenarbeit zunächst unverändert weiter; Correctiv erklärte im Januar 2025, die eigene Meta-Kooperation in Deutschland laufe "aktuell bis Ende 2025" weiter (Correctiv: Stellungnahme zum Ende des Meta-Faktencheck-Programms). Auch mit Stand 2026 hat Meta nach eigenen Angaben sein Vorgehen gegen Desinformation in Europa nicht geändert und arbeitet in über 100 Ländern einschließlich der EU weiter mit unabhängigen Faktencheckern zusammen; ein konkretes Enddatum für Europa nannte Meta nicht, Beobachter führen die Fortsetzung vor allem auf den regulatorischen Druck durch den Digital Services Act zurück (xyz.pl: Meta's fact-checking U-turn). Für die AFP-Faktencheck-Arbeit im deutschsprachigen Raum bedeutet das: Das Meta-Programm läuft dort weiter, während in den USA keine Faktenchecks mehr mit Meta-Warnhinweisen versehen werden.
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Faktenfackel Bewertung
AFP Faktencheck gehört zu den etablierten, IFCN-zertifizierten Faktencheck-Redaktionen und arbeitet mit einer transparent dargestellten, dokumentierten Methodik. Die besondere Rechtsform der Muttergesellschaft AFP als gesetzlich abgesicherte autonome Organisation soll politische und wirtschaftliche Einflussnahme erschweren, schließt aber eine gewisse strukturelle Nähe zum französischen Staat als größtem Abonnenten nicht aus. Die frühere und teils noch bestehende Finanzierung von Faktencheck-Kapazitäten über Metas Drittanbieterprogramm hat wiederholt Debatten über die Unabhängigkeit plattformfinanzierter Faktenchecker ausgelöst, insbesondere seit Meta das Programm in den USA beendet und durch Nutzer-Community-Notes ersetzt hat; für den deutschsprachigen Raum ist die Kooperation davon bislang nicht betroffen. In der Praxis unterscheidet sich AFP Faktencheck damit strukturell wenig von anderen im Bestand geführten Faktencheck-Quellen wie Mimikama, CORRECTIV, Volksverpetzer oder der DPA-Faktencheck, die ebenfalls teilweise über das Meta-Programm finanziert waren oder sind. Wie bei jeder Faktencheck-Redaktion gilt: Einzelne Bewertungen können im Detail angreifbar sein und sollten bei strittigen Fällen an der zugrunde liegenden Primärquelle nachvollzogen werden. Die generell dokumentierte Vorgehensweise mit mehreren unabhängigen Quellen pro Behauptung und die IFCN-Zertifizierung sprechen aber für einen grundsätzlich soliden Qualitätsstandard.
Fazit
AFP Faktencheck ist eine methodisch transparente, IFCN-zertifizierte Quelle, deren teilweise Finanzierung über Metas Faktencheck-Programm bei Detailfragen zur Unabhängigkeit berücksichtigt werden sollte, ohne die grundsätzliche Verlässlichkeit der Redaktion infrage zu stellen.