Link Beschreibung
In sozialen Netzwerken (Facebook, TikTok) kursierte ab dem 13. Juni 2026 ein angebliches amtliches Schreiben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das vor erhöhter Ruhestörung am 14. Juni warnt, weil die türkische Nationalmannschaft ihr erstes WM-Gruppenspiel bestritt. CORRECTIV zeigt: Das Schreiben ist eine Fälschung, was das BBK offiziell bestätigte.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Das in sozialen Netzwerken kursierende Schreiben enthält mehrere grobe Fehler, die seine Unechtheit belegen.
CORRECTIV weist auf den offensichtlichsten Fehler hin: Das Schreiben ist angeblich im Auftrag von BBK-Präsident Ralph Tiesler unterzeichnet worden, der jedoch seit April 2026 im Ruhestand ist. Seit dem 1. April 2026 leitet Grit Tüngler das BBK, wie die offizielle BBK-Website belegt.
Weitere inhaltliche Ungereimtheiten: Das Schreiben erwähnt die USA als einzigen WM-Austragungsort, obwohl die WM 2026 auch in Mexiko und Kanada stattfindet, und das besagte Türkei-Spiel ausgerechnet in Kanada ausgetragen wurde. Zudem gehören Ruhestörungen schlicht nicht zum Zuständigkeitsbereich des BBK. Das Amt warnt vor Gefahren für Leib und Leben sowie Sachschäden und Infrastruktur, etwa durch Feuer, Hochwasser, Stromausfälle oder Chemieunfälle. Ruhestörungen durch Fußballfeiern fallen nicht darunter. Und selbst wenn: BBK-Warnungen erfolgen über Sirenen, Warn-Apps und Radio, nicht per Briefpost an Haushalte.
Eine Pressesprecherin des BBK bestätigte gegenüber CORRECTIV ausdrücklich: "Bei dem Brief handelt es sich nicht um ein offizielles Schreiben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe." Das BBK meldete bekannte Social-Media-Beiträge bei den entsprechenden Plattformen. Der Urheber der Fälschung ist unbekannt.
Das Schreiben wurde teils mit Lach-Emojis geteilt, aus den Kommentarspalten geht aber hervor, dass ein Teil der Nutzerinnen und Nutzer es für echt hielt.
Fazit
Das angebliche BBK-Schreiben ist eine Fälschung, die das BBK selbst dementiert hat. Mehrere inhaltliche Fehler, darunter die falsche Unterschrift und die Nennung nur der USA als WM-Austragungsort, machen die Unechtheit auch ohne offizielle Bestätigung erkennbar.
