Link Beschreibung
CORRECTIV-Faktencheck vom 29. Juni 2026: Ein auf Social Media kursierendes Video zeigt scheinbar ein Kind, das eine Regenbogenflagge in einen Mülleimer wirft, ausgegeben als reale Szene und in Kommentaren als vorbildliche Erziehung beklatscht. Das Video ist vollständig KI-generiert, erkennbar an mehreren technischen Fehlern (die Tonne reicht nur bis zur Hüfte des Kindes, der Deckel öffnet seitlich statt nach hinten, die Flagge wechselt beim Wurf die Hand). Verbreitet unter anderem über den TikTok-Kanal des baden-württembergischen AfD-Landtagsabgeordneten Miguel Klauß, wo der Ausschnitt über 3.000-mal geteilt wurde; CORRECTIV bat Klauß um Stellungnahme, er antwortete bis zur Veröffentlichung nicht.

Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Der CORRECTIV-Faktencheck vom 29. Juni 2026 stuft das Video eindeutig als "manipuliert" ein und belegt dies mit mehreren technischen Unstimmigkeiten: Der Mülleimer reicht dem Kind nur bis zur Hüfte, der Deckel öffnet zur Seite statt nach hinten, und die Regenbogenflagge wechselt beim Wegwerfen unvermittelt die Hand. Solche physikalisch inkonsistenten Details sind typische Erkennungsmerkmale KI-generierter Videos; zum Erkennen solcher Fälschungen bietet CORRECTIV eine separate Anleitung. Das Video kursierte demnach auch in einer englischsprachigen Version, was für eine gezielte Verbreitung über mehrere Plattformen und Sprachräume spricht statt für eine zufällig gefilmte reale Szene.
Klauß teilte den Ausschnitt auf seinem TikTok-Kanal, wo er laut CORRECTIV allein dort über 3.000-mal geteilt wurde. CORRECTIV fragte Klauß, ob er das Video für echt gehalten habe und warum er das Wegwerfen eines Symbols für Gleichberechtigung und Toleranz als Beleg für "richtige Erziehung" wertete, er ließ die Anfrage bis zur Veröffentlichung unbeantwortet. Damit bleibt offen, ob die Verbreitung auf mangelnder Prüfung oder bewusster Instrumentalisierung beruhte, belegt ist nur die Verbreitung selbst und deren fehlende Richtigstellung durch Klauß.
Fazit
Das Video ist nachweislich KI-generiert und zeigt kein reales Ereignis. Die Verbreitung als angeblich authentische Szene, unter anderem durch einen AfD-Landtagsabgeordneten mit großer TikTok-Reichweite, hat queerfeindliche Kommentare und eine falsche Erzählung über vermeintlich vorbildliche Kindererziehung befeuert.
