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Stand: 10.05.2026

AfD-Politiker behauptet über christlichem Fest, es sei muslimisch

Falsch

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Der AfD-Bundestagsabgeordnete Lukas Rehm veröffentlichte am 2. Mai 2026 auf Facebook, Instagram und X Bilder eines Fests auf dem Gelände der Stephanuskirche im Leipziger Stadtteil Mockau. Dazu schrieb er sinngemäß von "Islam-Hüpfburgen zwischen christlichen Gräbern" - eine Behauptung, die in allen Punkten falsch ist.

Tatsächlich zeigen die Bilder das Tauffest einer eritreischen christlichen Gemeinde, die die Räumlichkeiten der Stephanuskirche regelmäßig nutzt. Pfarrer Konrad Taut bestätigte CORRECTIV gegenüber, die Gemeinde freue sich "über die gemeinsame Nutzung unseres Kirchgebäudes mit Menschen, die ihre Traditionen aus der weltweiten christlichen Gemeinschaft mitgebracht haben". Die Feiernden trugen weiße Gewänder und weiße Kopftücher, kein islamisches Erkennungszeichen, sondern traditionelle Festkleidung eritreischer Christen bei Taufzeremonien.

Auch die vermeintlichen "christlichen Gräber" sind keines: Das Kirchengelände dient seit rund 200 Jahren nicht mehr als Begräbnisstätte. Die im Hintergrund sichtbaren Steine wurden laut CORRECTIV aus ästhetischen Gründen aufgestellt und markieren keine Gräber.

Rehm antwortete auf die Anfrage von CORRECTIV nicht, verteidigte seine Behauptung aber in einem zweiten Facebook-Post. Zusammen erzielten beide Posts über 1.000 Shares und 7.500 Likes.

Es ist nicht das erste Mal, dass Eritreer bei christlichen Taufen in Leipzig mit Muslimen verwechselt - oder bewusst gleichgesetzt - werden. Bereits 2017 war ein ähnliches Video aus Leipzig viral gegangen: Damals wurden wartende eritreische Christen nach einer Taufzeremonie als Beweis für "Islamisierung" verbreitet.