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Stand: 01.07.2026

Keine verpflichtende Zwei-Euro-Abgabe auf Bankkonten ab Juli 2026

Falsch

Link Beschreibung

Mimikama-Faktencheck von Hilde Ollig vom 17. Juni 2026: Auf Facebook, X, Telegram und weiteren Plattformen kursiert die Behauptung, ab Juli 2026 werde automatisch eine verpflichtende Abgabe von zwei Euro pro Monat von jedem Bankkonto eingezogen, angeblich als Solidaritätsbeitrag für Flüchtlinge aus der Ukraine. Dafür gibt es keinerlei Beleg: Es existiert weder ein Gesetzentwurf noch ein Kabinetts- oder Parlamentsbeschluss, und seriöse Medien berichten nicht über eine solche Kontoabgabe. Das Gerücht folgt einem bekannten Muster, bei dem ein konkreter Betrag und eine politisch aufgeladene Begründung Glaubwürdigkeit vortäuschen. Beleg auch beim dpa-Faktencheck vom 16. Juni 2026.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Mimikama-Faktencheck vom 17. Juni 2026 dokumentiert ein virales Gerücht, das auf Facebook, X und Telegram kursierte: Ab Juli 2026 solle automatisch eine verpflichtende Zwei-Euro-Abgabe von jedem Bankkonto eingezogen werden, angeblich als Solidaritätsbeitrag für ukrainische Geflüchtete. Mimikama stützt sein Urteil "Falsch" auf drei Punkte, die sich unabhängig prüfen lassen: Es gibt keinen Gesetzentwurf, keinen Kabinettsbeschluss und keine Erwähnung im parlamentarischen Dokumentationssystem des Bundestags, außerdem fehlt jede Berichterstattung seriöser Medien zu einer Maßnahme, die Millionen Kontoinhaber betreffen würde.

Als zusätzlichen Beleg nennt Mimikama einen dpa-Faktencheck vom 16. Juni 2026, der zum gleichen Urteil kommt und dieselben drei Argumente anführt: keine gesetzliche Grundlage, keine Bundestags-Initiative, keine seriöse Medienberichterstattung. Der dpa-Text ordnet das Gerücht zusätzlich Bundeskanzler Friedrich Merz zu, dem die angebliche Maßnahme in den Social-Media-Beiträgen unterstellt wird, ohne dass er sie tatsächlich angekündigt oder verantwortet hätte. Ein im Mimikama-Artikel eingebettetes Bildbeispiel eines einschlägigen Kanals zeigt ein manipuliertes Merz-Foto als Illustration des Gerüchts.

Das Muster ist typisch für diese Art von Falschmeldung: Eine erfundene Sonderabgabe wird mit einem konkreten Betrag, einem nahenden Stichtag und einer politisch aufgeladenen Begründung versehen, die bestehende Ressentiments gegen Ukraine-Hilfen bedient. Reale, zeitgleich diskutierte Gebührenänderungen zum Jahreswechsel oder Quartalswechsel liefern solchen Gerüchten häufig einen glaubwürdigen Anknüpfungspunkt, obwohl zwischen echten und erfundenen Maßnahmen keinerlei inhaltliche Verbindung besteht.

Fazit

Die Zwei-Euro-Abgabe auf Bankkonten ist frei erfunden. Weder existiert ein Gesetzentwurf noch ein Regierungs- oder Parlamentsbeschluss, und sowohl Mimikama als auch der unabhängig recherchierte DPA-Faktencheck kommen zum selben Ergebnis.