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Stand: 24.04.2026

Morddrohungen: So extrem ist der Hass in AfD-Gruppen auf Merz und Reiche

Link Beschreibung

Volksverpetzer-Artikel von Thomas Laschyk und Leonie Wiegel vom 23. April 2026. Laschyk dokumentiert konkrete Mord- und Gewaltdrohungen gegen Kanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche in AfD-nahen Facebook-Gruppen, belegt durch Screenshots der Recherchegruppe DieInsider. Der AfD-Funktionär Patrick Kolek stellte öffentlich auf X die Frage, warum so wenige "Politikermorde geschehen", formuliert als Frage, um sich strafrechtlich abzusichern. In den Gruppen "Freunde der AfD", "Stefan Brandner - wir stehen hinter dir!" und "Ulrich Siegmund Freunde" finden sich unter Klarnamen gepostete Drohungen: Reiche solle "an die Wand gestellt" werden, ein Nutzer postete ein Gewehrfoto mit dem Text "Das ist für dich Merz" und kommentierte dies als "freie Meinungsäußerung". Reiche wird antisemitisch als "kommunistische Jüdin" bezeichnet.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Artikel dokumentiert mit konkreten Screenshots, was Volksverpetzer in dieser Form bereits für Robert Habeck, Karl Lauterbach, Dunja Hayali und Angela Merkel wiederholt festgehalten hat: Mord- und Gewaltfantasien sind in AfD-nahen Gruppen kein Randphänomen, sondern dokumentierter Alltag. Die Screenshots stammen von der Recherchegruppe DieInsider und wurden unter Klarnamen in öffentlich zugänglichen Gruppen gepostet.

Besonders relevant sind zwei Befunde: Erstens eskaliert die Gewaltbereitschaft unabhängig vom politischen Kurs der Bedrohten: Auch der rechte Schulterschluss von Merz und die Verschärfung der Migrationspolitik schützen CDU-Politiker nicht vor dem Hass aus dem AfD-Milieu. Zweitens ist die Enthemmung strukturell: Nutzer schreiben unter ihrem echten Namen, in Gruppen mit tausenden Mitgliedern, offenbar ohne nennenswerte Konsequenzen zu befürchten.

Laschyk bettet die Einzelfunde in den empirischen Befund ein, dass AfD-Anhänger laut Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2024) und Leipziger Autoritarismus-Studie 2024 das höchste rechtsextreme Einstellungs- und Gewaltpotenzial aller Parteianhänger aufweisen. Das Bundeskriminalamt verzeichnete 2025 einen neuen Rekord von 1521 Fällen rechtsextremer Gewalt, darunter zwei Mordversuche.

Zur Frage, ob die Strategie des Rechtskurses die AfD schwächt, zitiert der Artikel eine vielbeachtete Studie von Krause, Cohen und Abou-Chadi (Cambridge University Press), die 50 Jahre Wahldaten aus zwölf westeuropäischen Ländern auswertet und zeigt, dass das Kopieren rechter Positionen Rechtsaußen-Parteien nicht schwächt, sondern stärkt. Aktuell illustriert das ZDF-Politbarometer (April 2026) dies: Die AfD steht bei 26 Prozent, erstmals vor der Union.

Die Gewaltdrohungen gegen Merz und Reiche sind durch Screenshots belegt und entsprechen einem dokumentierten Muster. Das Verdict bezieht sich auf die Kernaussage des Artikels: In AfD-nahen Gruppen sind explizite Morddrohungen gegen Regierungsmitglieder alltäglich und mit Screenshots belegbar.

Fazit

Der Artikel liefert belegte Dokumentation eines strukturellen Problems: Gewalt- und Morddrohungen gegen Regierungsmitglieder sind in AfD-nahen Facebook-Gruppen unter Klarnamen geposteter Alltag, wie Screenshots der Recherchegruppe DieInsider zeigen. Die begleitende politische Analyse, dass der Rechtskurs der Union dieses Milieu nicht besänftigt, sondern die AfD stärkt, ist durch internationale Forschung gestützt.