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Stand: 14.05.2026

AfD gewinnt in Zehdenick: Warum das eine Ausnahme bleiben wird

Irreführend

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Volksverpetzer analysiert den Bürgermeistersieg von Die "Alternative für Deutschland"-Kandidat René Stadtkewitz in Zehdenick (Brandenburg) am 10. Mai 2026. Stadtkewitz gewann mit 58,4 % im ersten Wahlgang. Rechte Medien wie der Deutschland-Kurier und Welt deuteten das Ergebnis sofort als "Erdrutschsieg" und Beginn einer "Politikwende" - das ist irreführend.

Was wirklich in Zehdenick passiert ist

Die offiziellen Wahlergebnisse Brandenburg zeigen: Von 11.254 Wahlberechtigten gaben nur 5.942 ihre Stimme ab - das entspricht einer Wahlbeteiligung von 52,8 %, gegenüber 72,6 % in der Februarwahl 2025. In absoluten Zahlen verbesserte Stadtkewitz sein Ergebnis von 3.021 auf 3.411 Stimmen - ein Plus von weniger als 400. Der zweite Platz ging mit 28,6 % an den FDP-Kandidaten Stephan von Hundelshausen; CDU und SPD stellten keine eigenen Kandidaten auf.

Der Kontext erklärt das Ergebnis: Zehdenick hatte in fünf Jahren vier Bürgermeister. Vorgänger Alexander Kretzschmar, der Stadtkewitz im Februar 2025 noch mit 63 % zu 37 % geschlagen hatte, trat sein Amt an und fiel nach elf Tagen krankheitsbedingt aus - er weigerte sich zu kündigen, wurde schließlich per Abwahl abgelöst. Das erzwang eine neue Wahl, bei der weder CDU noch SPD einen Kandidaten präsentierten. Der Der Tagesspiegel kommentiert treffend: kein Durchbruch, keine blaue Welle - sondern das Ergebnis von "Chaos im Rathaus".

Die AfD verliert fast alle Kommunalwahlen

Der Deutschland-Kurier titelt: "AfD-Erdrutschsieg in Brandenburg: Die Politikwende hat begonnen - im Osten!". Das Bild, das dabei entsteht, ist falsch. Tatsächlich verlor die Die "Alternative für Deutschland" laut taz – die tageszeitung-Analyse "Niederlagenserie der AfD im Osten" in 26 angetretenen Kommunalwahlen für Bürgermeister und Landräte in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern seit 2025 ganze 24 - und gewann nur zweimal: in Altenberg in Sachsen (Andre Barth) und in Zehdenick.

Noch am selben Tag, dem 10. Mai 2026, fand die Stichwahl im brandenburgischen Panketal statt. Das Ergebnis laut Wahlergebnisse Brandenburg: SPD-Amtsinhaber Maximilian Wonke holte 70,6 % der Stimmen, der AfD-Kandidat Steffen John blieb bei 29,4 %. Das passt nicht zur Erzählung einer beginnenden Politikwende.

Wer ist René Stadtkewitz?

Auch der Kandidat selbst relativiert den angeblichen "Erdrutsch": Stadtkewitz wurde 2010 aus der CDU-Fraktion ausgeschlossen, nachdem er den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders eingeladen hatte. Anschließend gründete er die islamfeindliche Kleinstpartei "Die Freiheit" und wurde später Vorsitzender der Bürgerbewegung Pax Europa, die Medien wie taz und Berliner Morgenpost als islamophob einstufen. Zur Die "Alternative für Deutschland" wechselte er erst später.

Stadtkewitz operiert also in einem Kontext, den der Brandenburger Verfassungsschutz klar einordnet: Die Die "Alternative für Deutschland" Brandenburg wurde am 14. August 2025 offiziell als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft.

Fazit

Der Sieg in Zehdenick ist real - aber er ist das Ergebnis außergewöhnlicher lokaler Umstände: politisches Vakuum, fehlende Gegenkandidaten der Volksparteien, extreme Rathaus-Instabilität und stark gesunkene Wahlbeteiligung. Die Rahmung als "Erdrutsch" und "Politikwende" durch den Deutschland-Kurier und andere rechte Medien ignoriert diese Faktoren ebenso wie die gleichzeitig stattfindende deutliche AfD-Niederlage in Panketal und die systematischen Verluste der Partei bei Kommunalwahlen. Volksverpetzer ordnet das korrekt ein.