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20 Minuten

Schweizer Boulevard- und Gratiszeitung (20min.ch, TX Group), meistgenutztes Newsportal des Landes mit eigenem Team für Fake-News-Faktenchecks.

Bildquelle: ©20 Minuten
Bildquelle: ©20 Minuten

20 Minuten ist eine Schweizer Gratiszeitung und Newsplattform (20min.ch) mit Redaktionen in Zürich, Bern, Basel, Luzern, St. Gallen und weiteren Städten. Die Redaktion betreibt eine eigene Faktencheck-Rubrik, die unter anderem virale Behauptungen und manipulierte Bild- und Videoinhalte prüft.

Über die Quelle

20 Minuten ist eine Schweizer Boulevard- und Pendlerzeitung, die 1999 vom norwegischen Medienkonzern Schibsted gegründet und 2005 vom Medienhaus Tamedia (heute TX Group) übernommen wurde. Die gedruckte Ausgabe erschien zuletzt am 23. Dezember 2025 und wurde danach eingestellt, mehr als 80 Vollzeitstellen fielen weg. Das Onlineportal 20min.ch ist mit rund 1,25 Millionen Unique Usern pro Tag (Stand 2021) das meistgenutzte Newsportal der Schweiz.

Ein eigenes Team unter dem Namen "Fake News & Faktencheck" prüft virale Behauptungen sowie manipulierte Bilder und Videos. Geleitet wird es von Fee Anabelle Riebeling, die dafür 2023 mit dem Ehrenpreis in der Kategorie "Politik und Gesellschaft" des Medienpreises für Qualitätsjournalismus ausgezeichnet wurde.

Die Redaktion hatte allerdings selbst schon einen KI-bezogenen Fehltritt: In der Jubiläumsausgabe zum 25-jährigen Bestehen im September 2024 waren zwei angebliche Leserstimmen samt Porträtfotos komplett KI-generiert und nicht als solche gekennzeichnet. Chefredaktorin Désirée Pomper räumte einen "fundamentalen Verstoß" gegen die publizistischen Leitlinien ein.

Faktenfackel Bewertung

20 Minuten ist als Gratis- und Boulevardzeitung auf Tempo, Reichweite und werbefinanzierte Klicks ausgerichtet, was strukturell Anreize für zugespitzte Berichterstattung schafft. Der KI-Vorfall von 2024 zeigt, dass auch bei einer etablierten Redaktion interne Kontrollen versagen können (meedia.de: "20 Minuten" erfindet KI-Leser).

Gleichzeitig betreibt die Redaktion mit dem Team "Fake News & Faktencheck" seit Jahren eine eigene Faktencheck-Rubrik, deren Arbeit 2023 mit einem Qualitätsjournalismus-Preis ausgezeichnet wurde (20 Minuten: Fee Riebeling gewinnt den Medienpreis für Qualitätsjournalismus (24. Mai 2023)). Der vorliegende Faktencheck zum Ceuta-Video folgt sauberem Handwerk: Bilderrückwärtssuche, Abgleich mit türkischsprachigen Primärquellen zum religiösen Fest am Berg Cudi, archivierte Belege für die Original-Posts. Bemerkenswert ist zudem, dass die Redaktion trotz der parallel laufenden, tatsächlichen Migrationskrise in Ceuta den Fake nüchtern einordnet, statt ihn reißerisch auszuschlachten.

Fazit

20 Minuten ist als Boulevardmedium mit der gebotenen Distanz zu lesen, betreibt mit seinem Faktencheck-Team aber nachweislich sorgfältige Verifikationsarbeit, die sich auch im vorliegenden Fall bestätigt.