Link Beschreibung
Belltower News (Felix Michaelis) berichtet über den zweiten "Remigrationsgipfel" (RESUM26) in Porto, Portugal, am 31. Mai 2026. Rund 600 Teilnehmer (laut Tagesspiegel) aus ganz Europa versammelten sich, darunter rechtsextreme Aktivisten der Identitären Bewegung, neurechte Influencer und Politiker. Auf der Bühne sprach Martin Sellner als zentraler Vordenker des "Remigrations"-Konzepts. Von der AfD nahmen die Brandenburger Landtagsabgeordnete Lena Kotré als Rednerin sowie AfD-Bundesvorstand Kay Gottschalk und der NRW-Abgeordnete Sven Tritschler teil. Der Artikel dokumentiert, wie die AfD trotz parteiinterner Distanzierungsauflagen offen den Schulterschluss mit der Identitären Bewegung sucht.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Der zweite "Remigrationsgipfel" in Porto ist durch mehrere unabhängige Quellen umfassend belegt. CORRECTIV (1. Juni 2026) und der Tagesspiegel (31. Mai 2026) sowie Euronews (30. Mai 2026) bestätigen die Teilnahme der genannten Personen und zitieren Aussagen der AfD-Politiker vor Ort.
Besonders aufschlussreich ist die Teilnahme von Gregory Bovino, der bis Anfang 2026 informell als Oberbefehlshaber der US-Grenzpolizei Border Patrol aktiv war und als Symbolfigur hinter den umstrittenen ICE-Razzien gegen Migranten gilt. In Porto wurde er von den Veranstaltern als "Special Guest" angekündigt. Nach zwei Vorfällen in Minneapolis, bei denen Beamte laut Belltower US-Bürger erschossen haben sollen, wurde Bovino als Einsatzleiter abgezogen. Bovino begründete seinen Besuch in Porto damit, helfen zu wollen, die europäischen "Remigrationsbemühungen effektiver und effizienter" zu gestalten.
Die auf der Gipfel-Website offen propagierte Definition von "Remigration" schließt laut Belltower News ausdrücklich eingebürgerte Personen ein, die als "nicht assimiliert" eingestuft werden. Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hat dieses Konzept laut CORRECTIV als verfassungsfeindlich eingestuft. Lena Kotré nahm als Rednerin teil und forderte die Vernetzung des "rechten Vorfelds" in Europa; sie bezeichnete Remigration als "Lösung für so viele Probleme". Dabei verwies sie offen auf die Angst von AfD-Mitgliedern vor dem Verfassungsschutz und plädierte dafür, diese Schranken zu überwinden.
Maximilian Märkl, aktueller Bundessprecher der Identitären Bewegung Deutschland, wurde laut Bundespolizei am Münchener Flughafen an der Ausreise gehindert, um das Ansehen der BRD im Ausland nicht zu gefährden. Er reiste dennoch per Auto an und trat als Redner auf.
Björn Höcke schaltete sich per Videobotschaft zu. Alice Weidel nutzte den Begriff "Remigration" einen Tag nach dem Gipfel in einem kommentierten Post auf X.
Das Treffen ist ein Indikator für die fortschreitende transnationale Vernetzung der europäischen extremen Rechten und den zunehmend offenen Schulterschluss von AfD-Funktionären mit Organisationen, von denen sich die Parteiführung formal distanziert.
Fazit
Der Belltower-Artikel ist inhaltlich gut belegt und wird durch CORRECTIV, Tagesspiegel und Euronews unabhängig bestätigt. Die Darstellung, dass AfD-Vertreter trotz parteiinternem Kontaktverbot offen mit der Identitären Bewegung und internationalen Rechtsextremen aufgetreten sind, ist durch Primärquellen (Fotos, Videos, eigene Social-Media-Posts der Beteiligten) dokumentiert.
