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Stand: 19.04.2026

AfD verabschiedet Regierungsprogramm in Sachsen-Anhalt mit Remigrations-Schwerpunkt

Link Beschreibung

CNN-Bericht (Sebastian Shukla, 15. April 2026) über das am Landesparteitag 11./12. April 2026 in Magdeburg verabschiedete "Regierungsprogramm" der AfD Sachsen-Anhalt. Schwerpunkte: Remigration, Abschiebung auch ukrainischer Geflüchteter, Russisch-Unterricht an Schulen, Aufhebung der Russland-Sanktionen. Spitzenkandidat ist Fraktionschef Ulrich Siegmund; Umfragen sehen die AfD im Bundesland bei rund 40 Prozent.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der CNN-Bericht beschreibt akkurat den Inhalt des verabschiedeten AfD-Regierungsprogramms für Sachsen-Anhalt. Das rund 150-seitige Dokument wurde am 11./12. April 2026 beim Landesparteitag in Magdeburg von 226 Delegierten mit lediglich einer Gegenstimme beschlossen, wie ZDF heute: AfD in Sachsen-Anhalt: Was im Programm zur Landtagswahl steht und taz: AfD-Landesparteitag in Sachsen-Anhalt: Landesverband voll auf Linie übereinstimmend berichten.

Die im CNN-Artikel genannten Kernpositionen sind durch deutsche Medien und Correctiv belegt:

Remigration: "Remigration" ist tatsächlich das Leitmotiv des Programms. Das Kapitel "Einwanderung und Remigration" ist laut Correctiv: "Remigration als Leitmotiv: Was die AfD in Sachsen-Anhalt plant" das längste der 17 Kapitel. Der Begriff geht auf den österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner zurück und hat eine völkisch-ideologische Grundlage. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nahm 2023 am Potsdamer Treffen teil, auf dem Sellner das Konzept vorstellte.

Ukrainische Geflüchtete: Das Programm fordert die Aberkennung des Schutzstatus für ukrainische Staatsangehörige. Das Dokument enthält laut Correctiv keine Erwähnung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Russisch-Unterricht und Russland-Sanktionen: Das Programm sieht explizit den Erhalt und Ausbau des Russisch-Unterrichts sowie die Wiederbelebung des Schüleraustauschs mit Russland vor. Die Aufhebung der Russland-Sanktionen ist Teil der außenpolitischen Ausrichtung, die Hans-Thomas Tillschneider, Landes-Vizevorsitzender und Mitautor des Programms, geprägt hat.

Spitzenkandidat Ulrich Siegmund: Siegmund ist Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag Sachsen-Anhalt. Beim Nominierungsparteitag im Mai 2025 in Magdeburg stimmten 231 von 237 Delegierten für ihn (laut watson.de: Ulrich Siegmund im Porträt: Spitzenkandidat der AfD, TikTok, Potsdam, September 2025). Auf TikTok verfügt Siegmund über mehr als 560.000 Follower und ist damit laut demselben watson.de-Bericht der zweitmeistgefolgte Politiker Deutschlands auf der Plattform. CNN beschreibt ihn korrekt als zentrale Figur der Partei im Bundesland.

Umfragewerte: Die im CNN-Artikel genannte Zahl von "rund 40 Prozent" deckt sich mit aktuellen Umfragedaten. Wahlrecht.de: Wahlumfragen Sachsen-Anhalt 2026 und dawum.de: Landtagswahl Sachsen-Anhalt zeigen die AfD zwischen 38 und 40 Prozent, deutlich vor der CDU mit ca. 25 Prozent. Die Landtagswahl findet am 6. September 2026 statt.

Zu beachten: Der CNN-Artikel richtet sich an ein internationales, englischsprachiges Publikum und vereinfacht zwangsläufig einige Nuancen des komplexen deutschen Föderalismussystems. Die rechtliche Einschätzung von Migrationsrechtsexperten der Universität Halle-Wittenberg, laut der 21 von 56 migrationspolitischen Forderungen nur auf Bundes- oder Europaebene umsetzbar sind, fehlt im Bericht. Das schränkt die Einordnung ein, verändert aber nicht die Faktentreue der dargestellten Programmpositionen.

Fazit

CNN berichtet korrekt und auf Basis verifizierbarer Fakten über das verabschiedete AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt. Die Kernpositionen (Remigration, Abschiebung ukrainischer Geflüchteter, Russisch-Unterricht, Aufhebung der Russland-Sanktionen) sind durch deutsche Quellen und das Originaldokument belegt. Der Bericht ist sachlich zutreffend, wenn auch für ein internationales Publikum vereinfacht.