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Stand: 06.04.2026

Journalistenwatch: ICE-Täter mit Koran - Umdeutung als Islamist

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Am Abend des 3. April 2026 zündete ein 20-jähriger Deutscher aus Aachen im ICE 19 auf der Strecke Aachen-Frankfurt zwei pyrotechnische Sprengvorrichtungen. Dabei wurden mindestens zwölf Fahrgäste leicht verletzt. Kurz vor der Tat hatte der Mann Drohmails an ZDF, Spiegel und die Bundesregierung geschickt. Er wurde von einem Mitreisenden in der Zugstoilette eingesperrt und am Bahnhof Siegburg von der Bundespolizei festgenommen. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf erwirkte einen Haftbefehl wegen Verdachts des versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz.

Der Täter war dem Staatsschutz Aachen als politisch motivierter Straftäter im Bereich PMK-rechts bekannt. In seinem Besitz wurden ein Koran, Hitlers "Mein Kampf", eine Maske und Messer sichergestellt; in seiner Wohnung fanden Ermittler laut Berichten arabische Schriften und erneut "Mein Kampf". Die Generalstaatsanwaltschaft schloss ein politisches Motiv nicht aus und verwies zudem auf mögliche psychische Erkrankung des Beschuldigten.

Journalistenwatch titelt den Vorfall als "Der 'Rechtsextreme' mit dem Koran im Handgepäck" - die Anführungszeichen um "Rechtsextreme" signalisieren Zweifel an der behördlichen Einstufung. Der Artikel ist mit dem Pseudonym "Kurschatten" gezeichnet und zitiert den Islamkritiker Michael Stürzenberger mit der rhetorischen Frage, ob es sich um "einen Rechtsextremisten, der den Islam mag" oder "einen Islamisten, der Hitler gut findet" handle. Der Koran wird in Titel und Text als zentrales Beweisstück für eine mögliche islamistische Motivation präsentiert; "Mein Kampf" wird zwar erwähnt, aber gleichgewichtig danebengestellt, um die rechtsextreme Behördeneinstufung als absurd erscheinen zu lassen.

Das ist selektive Darstellung: Die rechtsextreme Polizeieinstufung des Täters basiert auf jahrelangen Erkenntnissen des Staatsschutzes, nicht auf dem Fund eines einzigen Buches. Ein Koran im Rucksack eines als PMK-rechts bekannten Täters reicht nicht aus, um die Behördeneinstufung zu widerlegen - insbesondere wenn gleichzeitig "Mein Kampf" sichergestellt wird. Journalistenwatch nutzt den Fund des Korans, um islamistische Motivation zu insinuieren und rechtsextreme Gewalt kleinzureden - ein für rechte Medien typisches Umdeutungsmuster.

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