Link Beschreibung
Artikel der Jungen Freiheit vom 9. Juni 2026 zur Vorstellung der BKA-Fallzahlen über Politisch motivierte Kriminalität 2025. Die Schlagzeile lautet "Linksextreme Gewalttaten explodieren". Der Text stellt den prozentualen Anstieg linker Gewalt (+42,6 % auf 1.087 Fälle) in den Mittelpunkt und hinterfragt zugleich die Einordnung von Innenminister Dobrindt, die größte Gefahr gehe vom Rechtsextremismus aus.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Die genannte Zahl stimmt: Laut BKA-Factsheet stiegen die linksmotivierten Gewalttaten 2025 von 762 auf 1.087 Fälle, das sind +42,65 %. Diese Steigerung ist real und kein erfundener Wert.
Irreführend ist die Rahmung. Die Schlagzeile "explodieren" und die Konzentration auf den Prozentwert erzeugen den Eindruck, von der linken Szene gehe die zentrale oder am stärksten wachsende Gewaltbedrohung aus. Die BKA-Zahlen tragen das nicht:
- In absoluten Zahlen liegt rechtsmotivierte Gewalt mit 1.598 Fällen weiterhin deutlich höher als linke Gewalt (1.087).
- Der Phänomenbereich PMK-rechts macht mit 42.544 Straftaten rund die Hälfte aller erfassten Delikte aus, PMK-links mit 13.490 nicht einmal ein Sechstel.
- Der hohe Prozentwert entsteht aus einer kleinen Basis: Ein Anstieg von 762 auf 1.087 wirkt prozentual dramatisch, bleibt in der Größenordnung aber unter dem Niveau rechter Gewalt.
Dass die Junge Freiheit ausgerechnet die Einordnung des CSU-Innenministers ("die größte Gefahr aktuell vom Rechtsextremismus") kritisch hinterfragt, während sie den linken Prozentwert prominent setzt, zeigt die selektive Gewichtung.
Eine ausführliche Auseinandersetzung steht im Faktencheck Linksextreme Gewalt 2025: die +42 Prozent im Kontext.
