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Interview von Legal Tribune Online (20. April 2026, Tanja Podolski) mit Prof. Dr. Susann Prätor, Professorin an der Polizeiakademie Niedersachsen, über die Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).
Kernaussagen
Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) zeigt ein deutlich unterschiedliches Anzeigeverhalten je nach wahrgenommener Herkunft des Täters: Taten mit einem deutschen Opfer und einem nichtdeutschen beziehungsweise als migrantisch wahrgenommenen Täter werden zu 22,4 Prozent angezeigt, bei einem deutschen Täter dagegen nur zu 7,9 Prozent. Menschen mit (wahrgenommenem) Migrationshintergrund werden also deutlich häufiger angezeigt.
Prätor ordnet ein: Die PKS ist "vor allem Tätigkeitsbericht der Polizei" und kein direktes Abbild der tatsächlichen Kriminalitätsentwicklung. Wie viele Taten in der Statistik auftauchen, hängt stark vom Anzeigeverhalten und von der polizeilichen Tätigkeit ab.
Die Quelle ist besonders belastbar, weil es sich um eine Professorin der staatlichen Polizeiakademie Niedersachsen handelt, also um eine fachwissenschaftliche Stimme aus dem Sicherheitsapparat selbst und nicht um eine Interessengruppe.
