Link Beschreibung
Evergreen-Grundlagenartikel des Mediendienstes Integration zur Frage, warum Ausländer in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) überproportional als Tatverdächtige vertreten sind. Der Artikel wurde zur Veröffentlichung der PKS 2025 mit aktuellen Zahlen aktualisiert.
Kernaussagen
Laut PKS 2025 hatten von 1.908.383 Tatverdächtigen (ohne ausländerrechtliche Verstöße) rund 35,5 Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit - bei einem Bevölkerungsanteil von etwa 15 Prozent. Die Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) ohne ausländerrechtliche Verstöße lag für Deutsche bei 1.813, für Ausländer bei 4.788 - also Faktor 2,6.
Der Artikel erklärt, warum diese Zahlen nicht direkt vergleichbar sind:
- Kontrolldelikte: Ausländerrechtliche Verstöße (z.B. unerlaubte Einreise nach § 95 AufenthG) können nur von Nicht-Deutschen begangen werden. Die PKS weist diese bereits in einer eigenen Kategorie aus.
- Besuchsverkehr: Ausländische Tatverdächtige umfassen auch Personen ohne Wohnsitz in Deutschland (Touristen, Durchreisende). 2023 hatten 19,5 Prozent der ausländischen Tatverdächtigen ihren Wohnsitz im Ausland, bei 7,5 Prozent war er unbekannt.
- Demografische Struktur: Die ausländische Bevölkerung weist anteilig mehr junge Männer auf - eine Gruppe mit statistisch höheren Kriminalitätsraten in allen Gesellschaften.
- Anzeigeverhalten: Studien zeigen, dass als "fremd" wahrgenommene Personen häufiger angezeigt werden.
- Ortsfaktoren: Ausländer wohnen überdurchschnittlich oft in Ballungsräumen mit ohnehin höherer Kriminalitätsdichte.
Einordnung
Die Kernaussagen des Artikels sind korrekt und gut belegt, insbesondere durch die PKS 2025 des BKA (Kein Link gefunden! bka-pks-2025 ) und das Bundesministerium des Innern. CORRECTIV hat in einem Faktencheck zur PKS 2025 ähnliche Erklärfaktoren aufgeführt und kommt zu vergleichbaren Schlüssen.
Die statistische Überrepräsentation von Ausländern in der PKS ist real und nicht zu bestreiten. Der Artikel erklärt sachlich und quellenbasiert, welche Faktoren zu dieser Überrepräsentation beitragen, ohne den Befund kleinzureden oder überzuinterpretieren. Die Einordnung ist differenziert und wissenschaftlich fundiert.
