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Stand: 20.04.2026

Netzpaket von Katherina Reiche: Frontalangriff auf die Energiewende

Komplex

Link Beschreibung

t-online berichtet über den Referentenentwurf von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zur Reform des Energiewirtschaftsgesetzes, der den Einspeise- und Anschlussvorrang für erneuerbare Energien abschaffen und Netzbetreibern weitgehende Entscheidungsbefugnisse über den Netzanschluss neuer Wind- und Solaranlagen geben würde. Branchenvertreter kritisieren den Entwurf scharf.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Artikel beschreibt korrekt die wesentlichen Elemente des Referentenentwurfs: der Anschlussvorrang für Erneuerbare soll entfallen, Netzbetreiber sollen Baukostenzuschüsse von Anlagenbetreibern verlangen dürfen, und Entschädigungszahlungen bei Abregelung sollen für bis zu zehn Jahre ausgesetzt werden können (sogenannter Redispatch-Vorbehalt). Diese Punkte gehen aus dem t-online vorliegenden Entwurf hervor und werden durch Berichte der FAZ: "Reiche will Erneuerbare stärker am Bedarf orientieren" (12. Februar 2026) bestätigt.

Die im Artikel zitierten Kritiken aus der Branche sind zutreffend wiedergegeben: Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) und der Ökostromanbieter Green Planet Energy warnen vor massiven Investitionshemmnissen, da Planungssicherheit für Erneuerbare-Anlagen wegfiele. Konventionelle Kraftwerke würden laut Entwurf weiterhin Entschädigungsansprüche behalten, was eine strukturelle Ungleichbehandlung bedeutet. Die SPD-Energiesprecherin Nina Scheer lehnte die Pläne ebenfalls ab.

Der Artikel zeigt auch die Gegenposition auf: Das Wirtschaftsministerium argumentiert, dass der bisherige Anschlussvorrang unabhängig von Netzkapazitäten die Allgemeinheit durch hohe Redispatchkosten belaste (für 2025 werden 2,7 Milliarden Euro erwartet), und 50Hertz-Chef Stefan Kapferer sprach sich für eine Priorisierung nach Netzsituation aus. Dass es ein reales Strukturproblem - Windkraft im Norden, Industriebedarf im Süden - gibt, ist unbestritten; strittig ist, ob der Entwurf die richtige Lösung dafür ist.

Insgesamt ist der Artikel sachlich und belegt seine zentralen Aussagen mit Branchen- und Ministeriumsstellungnahmen sowie dem Originalentwurf.

Fazit

Die Kernbehauptung, dass Reiches Netzpaket den Anschlussvorrang für Erneuerbare abschaffen und Netzbetreibern mehr Steuerungsmacht geben würde, ist durch den Referentenentwurf selbst belegt. Der Artikel bildet die Kontroverse fair ab, ohne die Perspektive des Ministeriums zu unterschlagen.

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