Link Beschreibung
Bericht des Tagesspiegel (dpa) über eine AfD-Podiumsveranstaltung in Dessau-Roßlau am 14. Juli 2026: Kabarettist Uwe Steimle stimmte zum Schluss statt der vorgesehenen deutschen Nationalhymne die DDR-Hymne "Auferstanden aus Ruinen" an; AfD-Co-Chef Tino Chrupalla und der sachsen-anhaltische Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sangen mit mehreren Hundert Besuchern teilweise mit. Danach wurde auch die Bundeshymne gesungen. Die Veranstaltung fällt in den Landtagswahlkampf (Wahl am 6. September 2026).
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Der Vorgang ist mehrfach unabhängig belegt: Neben dem Tagesspiegel berichteten auch t-online: Kabarettist stimmt an: AfD-Politiker singen mit Uwe Steimle DDR-Hymne auf der Bühne (14. Juli 2026) und die Volksstimme: Sachsen-Anhalt: Chrupalla und Siegmund singen DDR-Hymne (14. Juli 2026) über den Vorfall, beide ebenfalls auf Basis der dpa-Meldung.
Bemerkenswert ist der Vorgang, weil die AfD sich öffentlich als besonders patriotische, nationalbewusste Partei inszeniert, ihre Repräsentanten auf einer eigenen Wahlkampfveranstaltung aber sichtbar und lächelnd die Hymne des SED-Staats DDR mitsingen, dessen Ministerium für Staatssicherheit politische Verfolgung und Überwachung betrieb.
Steimle ist als Kabarettist und Ex-"Polizeiruf 110"-Kommissar bundesweit bekannt und tritt seit Jahren mit DDR-Nostalgie ("Ostalgie") sowie im Querdenken- und AfD-Umfeld auf Tagesspiegel: "Was ich denke, will ich sagen": Der Kabarettist Uwe Steimle und seine rechte Mission (13. Juni 2019), der rechte rand: Uwe Steimle verbindet. Der MDR beendete 2019 die Zusammenarbeit mit ihm; Steimle sprach anschließend öffentlich von "Zensur ersten Grades" Tagesspiegel: Uwe Steimle nach MDR-Rauswurf: "Das ist Zensur ersten Grades" (6. Dezember 2019).
Zu dem Vorfall kursierte in sozialen Medien zusätzlich ein Steimle zugeschriebenes Zitat mit Bezug auf Bundeskanzler Friedrich Merz und den Hitler-Attentäter Claus von Stauffenberg. Dieses Zitat ließ sich trotz Recherche nicht durch eine etablierte Quelle (Nachrichtenagentur, Zeitung, Rundfunk) bestätigen und wird deshalb hier nicht wiedergegeben.
Fazit
Der Vorgang ist durch mehrere unabhängige Medienberichte auf Basis derselben dpa-Meldung belegt und dokumentiert eine erkennbare Diskrepanz zwischen dem patriotischen Selbstbild der AfD und dem öffentlichen Mitsingen der DDR-Hymne durch ihre Spitzenrepräsentanten.
