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Stand: 18.07.2026

Rechtsextreme 'Deutsche Jugend Uckermark' vor Gericht: Gewaltexzesse und AfD-Verbindungen

Link Beschreibung

Reportage des Tagesspiegel (Julius Geiler, Stand 15. Juli 2026, hinter Paywall) über den Prozess am Landgericht Neuruppin gegen zwei junge Männer (17 und 23 Jahre) aus der Uckermark. Ihnen werden zahlreiche, teils schwere Gewalttaten über rund zwei Jahre zur Last gelegt, die sie in einer Chatgruppe namens "Deutsche Jugend Uckermark" (DJU) dokumentierten. Zentrale Tat ist ein Angriff auf einen 21-jährigen ukrainischen Studenten am Bahnhof Templin in der Nacht zum 22. Oktober 2025, bei dem das Opfer Hirnblutungen erlitt. Der Tagesspiegel benennt Verbindungen der Gruppe zur AfD.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Prozessverlauf ist unabhängig belegt: Neben dem Tagesspiegel dokumentieren die Beratungsstelle Opferperspektive e.V.: Uckermark: Prozessbeginn wegen versuchter Tötung und der Nordkurier: Jugendgewalt vor Gericht (1. Juli 2026) den Fall. Der Prozess begann am 1. Juli 2026 am Landgericht Neuruppin. Der Angriff am Bahnhof Templin ist als schwerer Raub mit anschließender Lebensgefahr angeklagt; das Opfer gab noch im Rettungswagen an, dem Angriff sei eine Auseinandersetzung über seine Herkunft vorausgegangen.

Der Teaser des aktuellen Tagesspiegel-Artikels verweist auf "einen AfD-Bundestagsabgeordneten, der mit einem schwarzen Mob posiert" habe; Name und Wortlaut dieser Passage stehen im kostenpflichtigen Teil. Das freie Vorschaubild trägt jedoch den Credit "Screenshot Tagesspiegel", nicht Instagram, ein Bildnachweis auf den Instagram-Account des AfD-Kreisverbandes Uckermark ließ sich in der frei zugänglichen Vorschau nicht bestätigen.

Der beschriebene Vorfall lässt sich dennoch einordnen: Bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung von Hannes Gnauck in Templin wurden laut Anklage am 8. Februar 2025 Gegendemonstranten von einer Gruppe Jugendlicher bedroht und verletzt, die sich in einen Drogeriemarkt flüchteten (Opferperspektive e.V.: Uckermark: Prozessbeginn wegen versuchter Tötung). Genau zu diesem Vorfall berichtete der Tagesspiegel bereits am 10. Februar 2025 unter dem Titel "Angriffe auf AfD-Gegner bei Wahlkampf in Templin: Bundestagsabgeordneter posiert mit schwarz gekleidetem Mob", dass Gnauck, der aus Prenzlau stammende AfD-Abgeordnete für den Wahlkreis Uckermark-Barnim I, sich für ein Gruppenfoto mit den dunkel gekleideten Jugendlichen ablichten ließ, von denen einige die Faust und das White-Power-Zeichen zeigten (Tagesspiegel: Angriffe auf AfD-Gegner bei Wahlkampf in Templin). Die taz – die tageszeitung berichtete ausführlicher: Einer der abgebildeten Jugendlichen kommentierte das Foto mit "War geil Zeckenboxen", die Polizei kontrollierte nach den Angriffen die Personalien mehrerer mutmaßlicher Angreifer (ein 14-Jähriger sowie zwei 16- und zwei 17-Jährige). Gnauck relativierte anschließend die Angriffe und wies eine Mitverantwortung der AfD zurück, er sei selbst nicht an den Übergriffen beteiligt gewesen (taz: AfD und Junge Neonazis: Distanzierung Fehlanzeige). Ob es sich bei den auf dem Foto abgebildeten Jugendlichen um dieselben Personen handelt, die heute wegen der Taten der "Deutschen Jugend Uckermark" vor Gericht stehen, geht aus den frei zugänglichen Quellen nicht hervor.

Fazit

Die schwere, rechtsextrem motivierte Gewalt der "Deutschen Jugend Uckermark" und der Templin-Angriff auf den ukrainischen Studenten sind durch mehrere unabhängige Quellen belegt. Die AfD-Verbindung lässt sich über den dokumentierten Angriff bei der AfD-Wahlkampfveranstaltung am 8. Februar 2025 in Templin konkretisieren, bei dem sich Hannes Gnauck mit einer Gruppe später gewalttätig aufgefallener Jugendlicher fotografieren ließ. Ob der im aktuellen Tagesspiegel-Teaser erwähnte Bundestagsabgeordnete tatsächlich Gnauck ist und ob es sich um dasselbe Foto handelt, bleibt mangels Zugang zum kostenpflichtigen Artikeltext offen.