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Stand: 30.07.2026

Hitlergruß und Todesdrohung gegen Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel

Link Beschreibung

Der Vorsitzende der orthodoxen jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde auf dem Weg zum Schabbat-Gebet an der Ecke Brunnenstraße/Bernauer Straße von zwei jungen Männern antisemitisch beschimpft und auf Englisch mit dem Tod bedroht. Einer der beiden zeigte anschließend vor der nahegelegenen Synagoge mehrfach den Hitlergruß, was Rabbiner Shlomo Afanasev filmte. Eine Polizeistreife nahm den Mann vorläufig fest, der Polizeiliche Staatsschutz Berlin ermittelt. Öffentlich gemacht hatte den Vorfall Afanasev, Ratsmitglied der Gemeinde, mit einem am Dienstag auf X veröffentlichten Video.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der Kern des Vorfalls ist durch mehrere voneinander unabhängige Quellen belegt. Neben Der Tagesspiegel berichteten am selben Tag auch die Berliner Zeitung und die Jüdische Allgemeine sowie das israelische Nachrichtenportal ejpress.org übereinstimmend über die Bedrohung und den gefilmten Hitlergruß. Laut Jüdischer Allgemeiner war das Opfer der Gemeindevorsitzende Pavel Lyubarsky, der nicht weit von der Synagoge an der Ecke Brunnenstraße/Bernauer Straße die beiden jungen Männer aus etwa 50 Metern Entfernung bemerkte und beim Überqueren der Straße von einem von ihnen mit den Worten "Fucking Jew, I will kill you" bedroht wurde. Ein Polizeisprecher bestätigte Tagesspiegel und Berliner Zeitung auf Anfrage, dass der Sachverhalt bekannt sei und der Staatsschutz ermittle, wollte wegen des laufenden Verfahrens aber keine weiteren Auskünfte erteilen.

Das genaue Datum des Vorfalls lässt sich aus den vorliegenden Quellen nur eingrenzen, nicht zweifelsfrei belegen. Tagesspiegel und Berliner Zeitung, beide veröffentlicht am Donnerstag, den 30. Juli 2026, datieren die Tat nur relativ auf "vergangenen Freitag". Eine offizielle Pressemitteilung der Berliner Polizei zu diesem konkreten Vorfall war nicht auffindbar. Sowohl Tagesspiegel als auch ejpress.org geben aber übereinstimmend an, dass Afanasev das Video "am Dienstag" auf X veröffentlichte, was angesichts des Publikationsdatums der Artikel dem 28. Juli 2026 entspricht. Daraus ergibt sich als wahrscheinlichstes Datum des Vorfalls Freitag, der 24. Juli 2026, der letzte Freitag vor diesem Dienstag. Eine bei der Scout-Vorrecherche kursierende Angabe der Berliner Zeitung auf ein konkretes Datum 26. Juli 2026 ließ sich im aktuell abrufbaren Artikeltext nicht mehr nachvollziehen, dort steht ebenfalls nur "vergangenen Freitag". Der 26. Juli 2026 war zudem ein Sonntag, kein Freitag, sodass diese Angabe ohnehin nicht mit den übrigen Quellen vereinbar wäre.

Die von der Polizei angekündigten Ermittlungsschritte gegen den festgenommenen Tatverdächtigen sind bislang nicht amtlich im Detail bestätigt. Nex24.news berichtete unter Berufung auf "Sicherheitskreise", dass wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§ 86a StGB) ermittelt werde. Da es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handelt, gilt für den Tatverdächtigen die Unschuldsvermutung.

Der Vorfall reiht sich in ein seit Herbst 2023 anhaltend hohes Niveau antisemitischer Vorfälle in Berlin ein. Nach Angaben der Meldestelle RIAS Berlin wurden 2025 in Berlin 2.197 antisemitische Vorfälle dokumentiert, im Schnitt rund sechs pro Tag, nach über 2.500 im Jahr 2024 und über 1.200 im Jahr 2023; zwischen 2018 und 2022 hatte der Jahresdurchschnitt noch bei unter 1.000 Vorfällen gelegen. Direkte Bedrohungen und Beleidigungen wie im vorliegenden Fall gehören laut RIAS Berlin zu den regelmäßig erfassten Vorfallsarten dieser anhaltend hohen Belastungslage Jüdische Allgemeine: Meldestelle zählt 2025 knapp 2.200 antisemitische Vorfälle in Berlin.

Fazit

Der Vorfall selbst, die Bedrohung des Gemeindevorsitzenden und der gefilmte Hitlergruß, ist durch mehrere unabhängige Medien und eine polizeiliche Bestätigung des laufenden Ermittlungsverfahrens hinreichend belegt. Das genaue Tatdatum lässt sich mangels offizieller Polizeimeldung nur auf Freitag, den 24. Juli 2026, eingrenzen, und die konkreten strafrechtlichen Vorwürfe gegen den Tatverdächtigen sind bislang nur über eine einzelne, weniger etablierte Quelle und unter Berufung auf "Sicherheitskreise" bekannt, weshalb hierfür weiterhin die Unschuldsvermutung gilt.