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Tichys Einblick

Rechtskonservatives Meinungsmagazin im Umfeld der Neuen Rechten

Bildquelle: ©Tichys Einblick
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Über die Quelle

Tichys Einblick ist ein seit 2014 erscheinendes deutsches Online- und Print-Magazin, gegründet und herausgegeben von Roland Tichy. Tichy war zuvor Chefredakteur der Wirtschaftswoche sowie der Magazintitel Impulse und Euro. Das Printmagazin erscheint monatlich seit 2016. Chefredakteur des Onlineauftritts ist Stephan Paetow, ehemaliger Vize-Chefredakteur des Focus.

Das Medium versteht sich selbst als "liberal-konservatives Meinungsmagazin", wird von Medienforschern jedoch klar im Umfeld der Neuen Rechten verortet. Wissenschaftliche Analysen stufen Tichys Einblick gemeinsam mit Cato und Tumult als Publikationen ein, die sich programmatisch der Annäherung von Konservativen und der extremen Rechten verschrieben haben. Die Redaktion pflegt enge Bezüge zu AfD- und Werteunion-Positionen und veröffentlicht regelmäßig Kommentare, die rechtsextreme Netzwerke und Akteure normalisieren oder verteidigen.

Laut eigenen Angaben erzielt die Website über 7,5 Millionen Klicks von rund 650.000 verschiedenen Nutzern monatlich. Die Printauflage lag 2020 bei rund 21.700 Exemplaren pro Monat.

Zu den regelmäßigen Autorinnen und Autoren gehören Sofia Taxidis, Alexander Wendt, Fritz Goergen und Maximilian Tichy (Sohn des Herausgebers).

Faktenfackel Bewertung

Tichys Einblick betreibt parteiische Meinungsjournalistik mit starker Tendenz zu irreführender Darstellung. Der Umgang mit belegten Fakten ist häufig selektiv: Gerichtsurteile, Studienergebnisse und politische Ereignisse werden aus dem Kontext gerissen oder durch gezielte Auslassung entstellt, um ein rechtes Narrativ zu stützen.

Besonders auffällig ist die Dauerpräsenz von Themen wie Migration, Klimapolitik und angeblicher "Mainstream-Medien-Lügen". Falschbehauptungen zu diesen Themen werden auch nach Widerlegung weiterverbreitet oder durch rhetorisierte Fragestellungen impliziert. Der Anwalt Carsten Brennecke, der häufig gegen CORRECTIV klagt, ist fester Bestandteil der Tichys-Einblick-Berichterstattung und gilt als Hausanwalt rechter Kläger gegen kritischen Journalismus.

Das Medium ist nach Einschätzung von Medienforschern in der Untersuchung zu "Rechten Medien und der bürgerlichen Mitte" (taz, 2021) programmatisch auf Brückenbildung zwischen dem konservativ-bürgerlichen Lager und der extremen Rechten ausgerichtet. Damit kommt ihm eine Scharnierfunktion bei der Normalisierung rechtsextremer Positionen in der bürgerlichen Öffentlichkeit zu.

Fazit

Tichys Einblick ist ein rechtskonservatives Meinungsmedium mit nachgewiesenem Hang zu selektiver und irreführender Darstellung. Inhalte bedürfen grundsätzlich unabhängiger Gegenrecherche.