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Volksstimme

Die Volksstimme ist eine regionale Tageszeitung mit Sitz in Magdeburg und die auflagenstärkste Tageszeitung in Sachsen-Anhalt.

Bildquelle: ©Volksstimme
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Die Volksstimme ist eine regionale Tageszeitung mit Sitz in Magdeburg und die auflagenstärkste Tageszeitung in Sachsen-Anhalt.

Über die Quelle

Die Volksstimme wurde 1890 als sozialdemokratische Zeitung gegründet. Die Nationalsozialisten verboten sie 1933; nach dem Zweiten Weltkrieg erschien sie ab 1947 als Parteiorgan der SED für den Bezirk Magdeburg. Nach dem Ende der DDR trennte sich die Redaktion im Januar 1990 vom SED-Herausgeberapparat. Im Zuge der Privatisierung übernahm die Bauer Media Group (Hamburg) den Verlag - heute firmiert das Tochterunternehmen als Mitteldeutsche Verlags- und Druckhaus GmbH.

Die Zeitung erscheint montags bis samstags in 18 Lokalausgaben und deckt schwerpunktmäßig das nördliche Sachsen-Anhalt ab. Die verkaufte Auflage (inkl. E-Paper) lag laut IVW bei rund 132.000 Exemplaren (Stand 2023); Mitte der 1990er-Jahre hatte sie noch über 300.000 Abonnenten. Seit 2020 gehört auch die Mitteldeutsche Zeitung zur Bauer-Gruppe, womit ein Konzern beide großen Tageszeitungen Sachsen-Anhalts kontrolliert.

Die Volksstimme ist Teil der Mediengruppe Magdeburg, zu der außerdem der General-Anzeiger, der Wochenspiegel sowie Logistik- und Ticketdienste gehören.

Faktenfackel Bewertung

Die Volksstimme ist die wichtigste regionale Nachrichtenquelle für Sachsen-Anhalt und erfüllt eine publizistische Grundversorgungsfunktion für die Region. Die journalistische Qualität ist für eine Regionalzeitung ordentlich; im Lokalteil dominieren erwartungsgemäß Agenturmeldungen und redaktionelle Kurzberichte. Bei Themen mit regionalem Bezug - insbesondere Kommunal- und Landespolitik - berichtet die Redaktion eigenständig und recherchiert.

Die historische Belastung durch die SED-Vergangenheit wurde nach 1990 durch den Eigentümerwechsel und redaktionellen Neuanfang abgelöst. Kritisch zu bemerken ist, dass die Bauer Media Group als Alleingesellschafterin nun beide großen Tageszeitungen des Landes kontrolliert, was strukturelle Fragen zur medialen Meinungsvielfalt in Sachsen-Anhalt aufwirft. Verlegerische Einflussnahme auf Inhalte ist aus der öffentlichen Berichterstattung nicht bekannt.

Berichte und Interviews der Volksstimme sind als journalistische Berichterstattung einzuordnen. Faktische Aussagen sollten wie bei jeder Regionalzeitung anhand weiterer Quellen überprüft werden, wenn sie für Faktenchecks verwendet werden.

Fazit

Solide Regionalzeitung mit langer Geschichte, deren Berichte als erster Einstiegspunkt für sachsen-anhaltischen geeignet sind. Die Eigentümerkonzentration (beide Landeszeitungen unter Bauer-Dach) ist ein struktureller Schwachpunkt, der bei der Einordnung meinungsbetonter Inhalte im Blick behalten werden sollte.