Frankfurter Rundschau
Die Frankfurter Rundschau (FR) ist eine überregionale deutsche Tageszeitung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie erscheint seit dem 1. August 1945 und gehört damit zu den ältesten nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründeten deutschen Zeitungen.

Die Frankfurter Rundschau (FR) ist eine überregionale deutsche Tageszeitung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie erscheint seit dem 1. August 1945 und gehört damit zu den ältesten nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründeten deutschen Zeitungen.
Über die Quelle
Die FR wurde 1945 als eine der ersten von der amerikanischen Besatzungsverwaltung lizenzierten Zeitungen gegründet und ersetzte die amerikanische Militärzeitung "Frankfurter Presse". Unter dem Verleger und Chefredakteur Karl Gerold, der die Zeitung von 1954 bis zu seinem Tod 1973 prägte, etablierte die FR ihr linksliberales Profil: sozialdemokratische Sympathien, gewerkschaftliche Positionen, engagierter Antifaschismus. Die Zeitung berichtete früh und ausführlich über die Auschwitz-Prozesse.
Nach Gerolds Tod 1973 hielt die Karl-Gerold-Stiftung (heute 10 %) den Unabhängigkeitsanspruch aufrecht. Im Zuge der Zeitungskrise geriet die FR mehrfach in existenzielle Schwierigkeiten: 2012 meldete die FR-Druckgesellschaft Insolvenz an, die Zeitung selbst wurde durch die FAZ-Gruppe gerettet. Seit 2018 hält die Zeitungsholding Hessen 90 % der Anteile, die mehrheitlich von der Ippen-Mediengruppe des Verlegers Dirk Ippen und der Gießener Verlegerfamilie Rempel kontrolliert wird.
Die gedruckte Auflage ist stark gesunken: von rund 192.500 Exemplaren (1998) auf rund 110.000 (2024, inkl. verwandter Regionalblätter), davon über 83 % Abonnements. Online (fr.de) zielt die Redaktion auf ein überregionales Publikum.
Die politische Ausrichtung wird als linksliberal beschrieben, mit Schwerpunkten auf Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Klima und Außenpolitik. Das Klima- und Wissenschaftsressort ist im Vergleich zu Mitbewerbern überdurchschnittlich ausgebaut.
Links
- fr.de - Onlineauftritt
- Wikipedia: Frankfurter Rundschau
Faktenfackel Bewertung
Die Frankfurter Rundschau ist eine etablierte, überregionale Tageszeitung mit langer demokratischer Tradition und klar linksliberalem Profil. Journalistische Qualitätsstandards werden eingehalten; Meinungsbeiträge sind als solche kenntlich. Die Berichterstattung zu Klima, Wissenschaft und Gesellschaft gilt als solide und differenziert, gelegentlich mit einem Hang zu progressiven Deutungsrahmen.
Als Teil der Ippen-Gruppe ist die FR wirtschaftlich stabiler als nach der Insolvenz 2012/13, die redaktionelle Unabhängigkeit ist formal durch die Karl-Gerold-Stiftung abgesichert. Relevante Kontroversen über redaktionelle Standards sind nicht bekannt.
Fazit
Verlässliche linksliberale Qualitätszeitung mit starkem Klima- und Wissenschaftsressort; Einordnung ist überwiegend sachorientiert, politische Haltung transparent.