Link Beschreibung
rbb24-Bericht vom 16. April 2026 zur Politisch Motivierten Kriminalität (PMK) 2025 in Brandenburg, auf Basis der Statistik des Brandenburger Innenministeriums. Gesamt-PMK: -20,1 % auf 5.443 Fälle. Rechts-PMK: -1,9 % auf 3.557 Fälle (Großteil aller PMK), Links-PMK: -35,5 % auf 756 Fälle, ausländische Ideologie -25,8 % auf 112, religiöse Ideologie +51,9 % auf niedrigem Niveau (79 Fälle). Auffällig: Gewaltdelikte im Phänomenbereich Rechts +28,3 % auf 145 Fälle, linke Gewaltdelikte -33,3 % auf 34 Fälle.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Die im Artikel zitierten Zahlen stammen direkt aus der Pressemitteilung des Brandenburger Innenministeriums vom 16. April 2026 (Ministerium des Innern und für Kommunales, MIK). rbb24 gibt die Primärquelle korrekt und vollständig wieder.
Die PMK-Statistik des Innenministeriums weist für 2025 insgesamt 5.443 politisch motivierte Straftaten aus, ein Rückgang von 20,1 % gegenüber 2024 (6.813 Fälle). Dieser Gesamtrückgang ist jedoch vor allem auf den starken Rückgang bei den Wahlstraftaten zurückzuführen (-61,5 % auf 723 Fälle), die rund um die Wahlen 2024 besonders hoch waren, sowie auf den Rückgang im linken Bereich (-35,5 %).
Der Kernbefund des Artikels, der Anstieg rechtsextremer Gewaltdelikte um 28,3 % auf 145 Fälle, ist korrekt aus der Statistik abgeleitet. Innenminister Dr. Jan Redmann bezeichnete diesen Anstieg laut der Pressemitteilung als "keinen hinnehmbaren Zustand".
Opferperspektive-Zahlen als Einordnung: Die zivilgesellschaftliche Beratungsstelle Opferperspektive e.V. dokumentierte für 2025 insgesamt 290 Angriffe rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Brandenburg, ein Anstieg von 25 % gegenüber 2024. Das sind fast doppelt so viele wie die 145 Gewaltdelikte der PMK-Statistik. Diese Differenz ist strukturell und erwartbar: Die Opferperspektive erfasst auch Fälle unterhalb der polizeilichen Erfassungsgrenze und dokumentiert auf Basis der Beratungsarbeit, also aus der Perspektive der Betroffenen. Beide Zahlenwerke sind methodisch kompatibel und ergänzen sich: Die PMK-Zahlen zeigen, was die Polizei als rechts motivierte Gewalt registriert; die Jahresstatistik der Opferperspektive 2025 bildet das Dunkelfeld ab. Der rbb24-Artikel erwähnt die Opferperspektive-Zahlen nicht, was für eine reine Berichterstattung über die Innenministerium-Pressemitteilung vertretbar ist, aber eine wichtige Kontextualisierung offen lässt.
Die Kontextzahlen aus dem Artikel sind vollständig korrekt: Rechts-PMK insgesamt -1,9 % auf 3.557 Fälle, Links-PMK -35,5 % auf 756 Fälle, religiöse Ideologie +51,9 % auf 79 Fälle (niedriges Niveau), ausländische Ideologie -25,8 % auf 112 Fälle.
Fazit
rbb24 berichtet korrekt und belegbar über die PMK-Statistik 2025 des Brandenburger Innenministeriums. Die Kernaussage, dass rechtsextreme Gewaltdelikte in Brandenburg gestiegen sind, ist durch die Primärquelle eindeutig belegt. Die Opferperspektive-Zahlen zeigen, dass das tatsächliche Ausmaß rechter Gewalt noch erheblich größer ist als in der Polizeistatistik abgebildet.
