Zur Quelle "Global Project Against Hate and Extremism (GPAHE)" springen
Stand: 16.04.2026

AfD-MdEPs laden Neonazi und Ein-Prozent-Chef ins EU-Parlament ein

Link Beschreibung

Ein Bericht der Global Project Against Hate and Extremism (GPAHE) vom 16. April 2026 dokumentiert, dass die AfD-Europaabgeordneten Mary Khan und Alexander Jungbluth am 25. März 2026 den Ein-Prozent-Chef Philip Stein und Michael Schäfer als Redner ins Europäische Parlament eingeladen haben. Schäfer war laut Bericht führendes Mitglied der gewaltbereiten "Wernigeröder Aktionsfront", soll laut Berichten auf einer Mitgliederliste der "European White Knights of the Ku Klux Klan" geführt worden sein und war bis 2012 JN-Bundesvorsitzender. Stein betreibt den rechtsextremen Jungeuropa Verlag und besuchte 2017 ein CasaPound-Kongress in Rom.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Der GPAHE-Bericht ist in seinen Kernaussagen durch unabhängige deutschsprachige Quellen gut gestützt. Die Einladung von Philip Stein und Michael Schäfer ins EU-Parlament am 25. März 2026 ist durch den Eigenbericht von Ein Prozent für unser Land selbst dokumentiert: Die Organisation veröffentlichte einen Blogbeitrag über die Veranstaltung, in dem sie bestätigte, dass Stein und Schäfer auf Einladung der AfD-MdEPs Khan und Jungbluth im Europäischen Parlament präsentierten.

Zu Philip Stein: Stein ist laut Wikipedia: Philip Stein (Aktivist) seit 2015 Leiter des rechtsextremen Kampagnenprojekts "Ein Prozent für unser Land" und betreibt seit 2016 den Jungeuropa Verlag in Dresden, der vor allem Übersetzungen rechtsextremer und faschistischer Autoren veröffentlicht. Stein bezeichnet sich selbst als "rechtsradikal". "Ein Prozent" wird laut Wikipedia: Ein Prozent für unser Land seit April 2023 vom Bundesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremes Bestrebungen eingestuft.

Die Angabe im GPAHE-Bericht, Stein habe 2017 einen Kongress der CasaPound-Jugendorganisation Blocco Studentesco besucht, ist durch den Wikipedia-Artikel bestätigt, der Stein im Kontext des CasaPound-Kongresses in Rom im Jahr 2017 erwähnt. Dort sollen auch Vertreter der griechischen Neonazi-Partei Goldene Morgenröte anwesend gewesen sein.

Zu Michael Schäfer: Die Angaben des GPAHE-Berichts zu Schäfers Vergangenheit sind durch unabhängige deutschsprachige Quellen gestützt. Laut Wikipedia: Michael Schäfer (Politiker, 1982) war Schäfer von Oktober 2007 bis Oktober 2012 Bundesvorsitzender der JN (Junge Nationaldemokraten, Jugendorganisation der NPD). Er war laut lsa-rechtsaussen.net "führendes Mitglied der militanten Neonazi-Kameradschaft" Wernigeröder Aktionsfront. Laut GPAHE-Bericht sowie dem Recherchebericht in der Mitteldeutschen Zeitung erschien sein Name auf einer Mitgliederliste der "European White Knights of the Ku Klux Klan". Diese KKK-Listung wird von der MZ, lsa-rechtsaussen.net und dem GPAHE-Bericht berichtet, ist jedoch kein gerichtlich festgestellter Fakt: Es handelt sich um eine Mitgliederliste, nicht um ein Urteil.

Die Präsentation im EU-Parlament hatte laut dem Ein-Prozent-Eigenbericht das Thema "linksextreme Strukturen". Stein und Schäfer warfen darin deutschen NGOs wie der Amadeu-Antonio-Stiftung und Campact sowie dem Philanthropen George Soros vor, die AfD durch "Einflussnahme" klein zu halten und in "staatliche Wahlkämpfe einzugreifen". Die GPAHE bezeichnet diese Vorwürfe als antisemitische Verschwörungsnarrative.

Zur Glaubwürdigkeit der GPAHE als Quelle: Die Organisation wurde 2020 von Heidi Beirich und Wendy Via gegründet. Beirich promovierte in Politikwissenschaft mit Schwerpunkt europäischer Faschismus und leitete zuvor das Intelligence Project des Southern Poverty Law Center. GPAHE gilt in der US-amerikanischen Extremismusforschung als anerkannte, wenn auch klar positionierte zivilgesellschaftliche Beobachtungsorganisation. Ihre Berichte stützen sich in der Regel auf belegbare Primärquellen und Medienberichte, was auch im vorliegenden Report der Fall ist.

Fazit

Die Kernaussage des GPAHE-Berichts, wonach die AfD-MdEPs Mary Khan und Alexander Jungbluth am 25. März 2026 Philip Stein (Ein Prozent) und Michael Schäfer als Redner ins EU-Parlament einluden, ist durch den Eigenbericht von Ein Prozent sowie durch unabhängige Medienberichte belegt. Die biografischen Angaben zu Schäfers neonazistischer Vergangenheit (führendes WAF-Mitglied, JN-Bundesvorsitzender) sind durch Medien und Wikipedia gestützt; die KKK-Listung wird von mehreren Quellen berichtet, ist aber journalistisch als "laut Berichten" einzuordnen.