Link Beschreibung
Die IG Metall beschreibt den Niedergang der deutschen Solarindustrie, die vor rund zehn Jahren noch Weltmarktführer war. Nach der Kürzung der Förderung gingen rund 100.000 Arbeitsplätze verloren, China übernahm die Produktion. Der Artikel skizziert den aktuellen Wiederaufbau, der vor allem an fehlenden Lieferketten krankt.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Der IG-Metall-Artikel beschreibt den Kollaps der deutschen Solarindustrie zutreffend. 2011 arbeiteten laut Umweltbundesamt rund 157.000 Menschen in der Branche, bis 2016 waren es nur noch 44.000 - ein Rückgang, der mit den drastischen EEG-Kürzungen ab 2012 zusammenfiel. Der sogenannte Altmaier-Knick - benannt nach dem damaligen Umweltminister Peter Altmaier (CDU) - ließ den jährlichen Solarausbau von über 8 Gigawatt auf unter 2 Gigawatt einbrechen. Die IG Metall nennt im Artikel 100.000 verlorene Jobs; dieser Wert liegt zwischen verschiedenen Schätzungen (andere Quellen sprechen von 75.000 bis 80.000 Stellen), ist aber in der Größenordnung plausibel.
Die Behauptung, China produziere heute 90 Prozent aller Solarmodule weltweit, ist gut belegt: pv magazine und die Internationale Energieagentur bestätigen Chinas dominierende Stellung - heute mit noch höheren Anteilen bei Schlüsselkomponenten wie Polysilizium (über 93 Prozent Weltmarktanteil). Die Wiederaufbaustory rund um Meyer Burger in Thalheim und Freiberg ist faktisch korrekt: Meyer Burger eröffnete 2021 die Zellproduktion in Thalheim und kaufte 2022 das frühere Solarworld-Werk in Freiberg. Der Artikel steht auf dem Standpunkt der Arbeitnehmer und Betriebsräte, was der gewerkschaftlichen Herkunft entspricht. Die Forderung nach Tarifverträgen und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen ist als Interessenvertretungslogik erkennbar, aber nicht unredlich.
Fazit
Der Artikel schildert den Auf- und Abstieg der deutschen Solarindustrie und den beginnenden Wiederaufbau im Wesentlichen korrekt. Die politische Perspektive (Forderung nach Tarifverträgen, staatlichen Rahmenbedingungen) entspricht dem gewerkschaftlichen Kontext der IG Metall und muss als solche eingeordnet werden.
