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Stand: 18.04.2026

KAS: Was unterscheidet linksextremistische von rechtsextremistischen Straftaten?

Link Beschreibung

Lexikonartikel des KAS-Portals "Extremismus" von Uwe Backes (Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, TU Dresden) ohne eindeutiges Publikationsdatum auf der Seite (Portal-Beitrag, ca. Mitte der 2010er Jahre, Referenzen auf Ereignisse bis 2010). Der Beitrag vergleicht systematisch Spezifika links- und rechtsextremistischer Gewaltdelinquenz.

Faktenfackel Bewertung

Zentrale Befunde

  • Instrumentelle vs. expressive Gewalt: Linke Gewalt ist häufiger geplant, instrumentell und mit Demonstrationsgeschehen verknüpft; rechte Gewalt häufiger expressiv, spontan und face-to-face.
  • Tatausführung: Linke Täter nutzen häufiger Distanzwaffen (Stein-/Flaschenwurf), rechte Täter häufiger rohe Nahkampfgewalt mit lebensbedrohlicherer Intensität.
  • Propagandadelikte: Das Massendelikt "Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen" (Hakenkreuze, verbotene Symbole) ist ein rechtes Spezifikum ohne linkes Pendant und verzerrt damit den Gesamtvergleich der Straftatenzahlen. Der Artikel verweist beispielhaft auf 2022 mit 13.026 Propagandadelikten rechts gegenüber 61 links.
  • Anti-Antifa-Dynamik: Das Gewaltgeschehen an den Flügeln ist wesentlich von der Interaktion links-/rechtsextremer Akteure geprägt.

Einordnung

Der Beitrag ist wissenschaftlich fundiert (Autor: Uwe Backes, einer der profiliertesten deutschen Extremismusforscher) und stützt sich auf BKA-Publikationen, Verfassungsschutzberichte und die Hannah-Arendt-Institut-Forschung. Die Darstellung ist methodisch sauber; einzelne Formulierungen erkennen deutlich die konservative Hufeisen-Perspektive, die die Forschungsrichtung von Backes prägt.

Die Zahlen zu Propagandadelikten (13.026 vs. 61 für 2022) sind belastbare Primärdaten aus der PMK-Statistik. Die qualitativen Charakterisierungen ("instrumentell vs. expressiv") sind in der Fachdiskussion anerkannt, werden aber auch von Teilen der Forschung (etwa sozialwissenschaftlichen Ansätzen aus Bielefeld oder Leipzig) differenzierter eingeordnet.

Fazit

Wissenschaftlich fundierter Vergleichsartikel, der vor allem bei den quantitativen Aussagen zu Propagandadelikten und Deliktstrukturen zitatfähig ist. Die qualitative Rahmung folgt dem Hannah-Arendt-Institut-Ansatz und sollte als eine Forschungsposition unter mehreren gelesen werden.