Filmkunstkollektiv
Rechtsextremer Medienverein aus dem Umfeld der Identitären Bewegung, der Wahlkampfbilder für AfD-Politiker produziert.

Über die Quelle
Das "Filmkunstkollektiv" ist ein 2021 gegründeter Verein, der professionelle Fotos und Videos für die extreme Rechte produziert. Seinen Sitz gibt der Verein in einem Chemnitzer Haus der Organisation Identitäre Bewegung Deutschland an. CORRECTIV: Wie ein rechtsextremes Medien-Team Siegmunds Wahlkampf inszeniert (17. August 2026)
Erster Vorsitzender ist laut taz-Recherche Simon Kaupert, der zuvor die islamfeindlichen "Wügida"-Proteste in Würzburg organisierte und ab 2016 für das Kampagnennetzwerk Ein Prozent für unser Land arbeitete. taz: Fotografen der Identitären Bewegung: Ins rechte Licht gerückt Gründungsmitglied ist laut derselben Recherche Dirk Nahrath aus einer seit Jahrzehnten in der Neonazi-Szene aktiven Familie: Sein Vater Wolfgang und sein Bruder Wolfram waren "Bundesführer" der 1994 verbotenen Wiking-Jugend, in der er selbst als "Gauführer" in Franken aktiv war. Nach dem Verbot soll er laut taz – die tageszeitung mit seiner Familie die "Einheit Franken" der 2009 verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) geleitet haben.
Der Verein filmt und fotografiert Demonstrationen der Identitären Bewegung, Wahlkampfauftritte der AfD und Vernetzungstreffen der extremen Rechten. taz: Fotografen der Identitären Bewegung Laut CORRECTIV drehte der Verein 2024 einen rund 100-minütigen Image-Film über den Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke und trat Ende Mai 2026 beim internationalen "Remigration Summit" in Portugal mit mindestens sieben Personen als Medien-Team auf. CORRECTIV: Wie ein rechtsextremes Medien-Team Siegmunds Wahlkampf inszeniert (17. August 2026) Auf seiner Website beschreibt sich der Verein als ehrenamtlich arbeitendes Kunstprojekt, das "keine Aufträge" annehme. Gleichzeitig wirbt er offen um Spenden, und AfD-Politiker haben öffentlich finanzielle Unterstützung zugesagt, etwa der Berliner AfD-Abgeordnete Thorsten Weiß 2024 mit den Worten: "Ich werde Förderer des Filmkunstkollektivs." taz: Fotografen der Identitären Bewegung
Links
- Filmkunstkollektiv: Eigene Website
- CORRECTIV: Wie ein rechtsextremes Medien-Team Siegmunds Wahlkampf inszeniert (17. August 2026)
- taz: Fotografen der Identitären Bewegung: Ins rechte Licht gerückt
- Belltower.News: "Festung Chemnitz" - die Identitären haben wieder ein Haus
Faktenfackel Bewertung
Das Filmkunstkollektiv tritt selbst politisch auf: Die eigene Website erklärt, man "diene dem Widerstand aus vollem Herzen". Zugleich beansprucht der Verein laut taz-Recherche, "politisch, personell und finanziell unabhängig von Gruppierungen, Verbänden oder Parteien" zu sein, was die taz – die tageszeitung angesichts der dokumentierten AfD- und IB-Nähe des Vereins für fraglich hält. Personell und ideologisch ist er eng mit der Identitären Bewegung, dem Kampagnennetzwerk Ein Prozent für unser Land und der AfD verzahnt. Öffentliche Förderzusagen von AfD-Politikern und die professionelle technische Ausstattung, mit der der Verein auftritt, stehen dabei neben der Selbstbeschreibung als ehrenamtliches, auftragsfreies Projekt, denn der Verein wirbt selbst offen um Spenden.
Fazit
Als Quelle ist das Filmkunstkollektiv keine neutrale Instanz, sondern selbst Akteur der rechtsextremen Szene, dessen Bild- und Videomaterial vor allem der Inszenierung der eigenen Bewegung und verbündeter AfD-Politiker dient.