Identitäre Bewegung Deutschland
Vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Organisation der Neuen Rechten, bekannt für medienwirksamen Aktionismus und die Ideologie vom 'Großen Austausch'.

Über die Quelle
Die Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) ist eine rechtsextreme Organisation der sogenannten Neuen Rechten. Sie wurde 2012 in Deutschland gegründet, als Ableger der gleichnamigen österreichischen Bewegung um Martin Sellner. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte sie am 11. Juli 2019 offiziell als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein und beobachtet sie seitdem mit nachrichtendienstlichen Mitteln. Das Verwaltungsgericht Köln bestätigte am 13. Oktober 2022 das Recht des Verfassungsschutzes zur Beobachtung (Az. 13 K 4222/18).
Ideologische Grundlage ist der sogenannte Ethnopluralismus, eine als Kulturrelativismus verkleidete Form des Rassismus, sowie die Verschwörungserzählung vom "Großen Austausch", nach der die einheimische Bevölkerung gezielt durch Zuwanderung ersetzt werde. Das Verwaltungsgericht Köln bezeichnete die Rhetorik der IBD als "massive ausländerfeindliche Hetze" und identifizierte Begriffe wie "Remigration" und "Bevölkerungsaustausch" als verfassungsfeindlich.
Die Gruppe setzt auf öffentlichkeitswirksamen Aktionismus: das Besetzen von Gebäuden und Denkmälern, das Anbringen von Bannern und inszenierte Protestaktionen, um Aufmerksamkeit für ihre völkisch-nationalistischen Positionen zu erzeugen. Der Verfassungsschutzbericht 2024 dokumentiert zudem enge Verbindungen der IBD zu anderen rechtsextremen Akteuren, darunter Überschneidungen mit der Jungen Alternative (JA), der Jugendorganisation der Die "Alternative für Deutschland".
Links
- Pressemitteilung Baden-Württemberg: IBD als gesichert rechtsextremistisch eingestuft (2019)
- LTO: Verwaltungsgericht Köln, Urteil 13 K 4222/18 (2022)
- Bundesamt für Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht 2024 (Rechtsextremismus)
Faktenfackel Bewertung
Die Identitäre Bewegung Deutschland ist eine staatlich als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Organisation. Ihre Selbstdarstellung als unpolitische "Heimatschutzbewegung" oder als legitime Umweltschutzorganisation ist irreführend. Der Verfassungsschutz und die Gerichte haben die verfassungsfeindliche Ausrichtung der IBD mehrfach bestätigt. Ihr Aktionismus dient primär der Öffentlichkeitswirkung und der Rekrutierung.
Fazit
Die IBD ist keine seriöse Informationsquelle. Ihre Aktionen und Aussagen sind im Kontext einer rechtsextremistischen Organisation zu bewerten, die Verschwörungserzählungen und ethnisch-völkische Ideologie verbreitet.