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Alexander Deptolla

Bundesweit bekannter Neonazi-Kader, Gründer des Kampfsport-Labels Kampf der Nibelungen, seit 2023 in Halberstadt

Bildquelle: ©Alexander Deptolla
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Über die Quelle

Alexander Deptolla ist ein bundesweit bekannter Neonazi-Kader aus Dortmund, der seit 2022/2023 seinen Lebensmittelpunkt nach Halberstadt (Sachsen-Anhalt) verlagert hat. Er gilt als Hauptverantwortlicher und Gründer des rechtsextremen Kampfsport-Labels "Kampf der Nibelungen" (KdN), das seit 2013 zunächst konspirativ und ab 2018 offen organisiert wurde und laut Angaben des Wikipedia-Eintrags zum Event 2018 rund 850 Teilnehmer anzog.

Führungsfunktionen in der Szene

Deptolla bekleidete und bekleidet mehrere Kaderposten der organisierten Neonazi-Szene. Laut Recherchen von Endstation Rechts (24. April 2024) war er früherer NRW-Landesvorsitzender der Kleinstpartei "Die Rechte" und wurde stellvertretender Vorsitzender des NPD-/"Die Heimat"-Kreisverbands Dortmund. Das Portrait-Lexikon von Belltower.News beschreibt ihn als Führungsperson des verbotenen "Nationalen Widerstands Dortmund" und nennt Verbindungen zu den Hammerskins. Bei einer Gründungsfeier der "Jungen Nationalisten" (JN) in Dortmund am 19./20. April 2024 trat er als Gastredner auf.

Kampf der Nibelungen und das Verbot in Ostritz 2019

Das von Michael Brück und Deptolla mitorganisierte Kampfsport-Event wurde im Oktober 2019 von der Stadt Ostritz untersagt. Laut Ruhrnachrichten und Wikipedia bestätigten das Verwaltungsgericht Dresden und das Sächsische Oberverwaltungsgericht das Verbot mit der Begründung, die Veranstaltung habe "keinen sportlichen Charakter", sondern diene "rechtsextremistischem Kampftraining und damit der Vorbereitung eines politischen Kampfes". Seither weicht Deptolla mit "European Fight Night"-Formaten ins Ausland aus (u. a. 2023 Ungarn).

Wichtige Einordnung: Das KdN-Label selbst wurde nicht durch Vereinsverbot vom Innenministerium verboten, sondern einzelne Veranstaltungen per Versammlungs-/Ordnungsverfügung untersagt. Die Gerichte bestätigten diese Verbote als rechtmäßig.

Umzug in den Harz und Vernetzung

Seit 2022/2023 hat Deptolla seinen Lebensmittelpunkt von Dortmund nach Halberstadt verlagert. Laut Berichten der taz (28. Juli 2024) und der Plattform LSA Rechtsaussen betreibt er in Halberstadt das Druckereiunternehmen "Tremonia Druck" (Otto-Spielmann-Straße), das unter anderem Merchandise für Kampf der Nibelungen produziert, tritt seit April 2024 regelmäßig bei Halberstädter Montagsdemonstrationen auf und vernetzt sich mit der völkischen Siedlergruppe "Weda Elysia" sowie Strukturen im Landkreis Burg.

Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stuft Deptolla laut Presseberichten (taz, Endstation Rechts, t-online Dortmund) als bundesweit bekannten Rechtsextremisten ein und beschreibt ihn als zentrale Figur für die (Neu-)Vernetzung der Neonazi-Szene im Harz. Als Beispiel seiner Mobilisierungskraft gilt eine von ihm organisierte Kundgebung am 21. Dezember 2024 in Magdeburg als Reaktion auf den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt vom Vortag, bei der laut LSA Rechtsaussen rund 2.100 Teilnehmer mit "Remigrations"-Transparenten aufmarschierten.

Strafrechtlich

Laut Endstation Rechts wurde Deptolla im November 2022 im Zusammenhang mit einer Aktion an einer Dortmunder Kirche verurteilt (Details zum Strafmaß werden dort nicht ausgeführt).

Faktenfackel Bewertung

Alexander Deptolla ist eine durch Presseberichterstattung, Verfassungsschutzberichte und Gerichtsentscheidungen vielfach belegte Führungsfigur der militanten Neonazi-Szene in Deutschland. Seine Rolle als Organisator des "Kampfs der Nibelungen", seine Ämter in Parteien des äußersten rechten Randes ("Die Rechte", NPD/"Die Heimat") sowie seine dokumentierte Vernetzungstätigkeit im Harz machen ihn als Person des öffentlichen Interesses für Faktenfackel relevant. Die Informationslage stützt sich auf qualitätsjournalistische Medien (taz, Ruhrnachrichten, t-online), fachspezifische antifaschistische Beobachtungsportale (Belltower, Endstation Rechts, Antifaschistisches Infoblatt, LSA Rechtsaussen) sowie amtliche Einstufungen der Verfassungsschutzbehörde Sachsen-Anhalt.

Berichte antifaschistischer Rechercheportale werden kritisch eingeordnet: Sie sind parteiisch, liefern aber oft die detailreichste Primärrecherche zu Szenekadern. Wo möglich werden Aussagen mit Verfassungsschutz- und Gerichtsquellen oder Berichten etablierter Medien abgeglichen.

Fazit

Deptolla ist als Kader der gewaltorientierten rechtsextremen Szene durch mehrere unabhängige Quellen und behördliche Einstufungen dokumentiert. Aussagen und Veröffentlichungen aus seinem Umfeld sind grundsätzlich als Agitation der extremen Rechten einzuordnen und nicht als neutrale Informationsquelle verwendbar.