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Stand: 09.03.2026

ICE erschießt US-Bürgerin in Minneapolis

Link Beschreibung

Brian Tyler Cohen berichtet am 8. Januar 2026, einen Tag nach dem Vorfall, über den Tod von Renée Nicole Good, einer 37-jährigen US-Bürgerin, die am 7. Januar 2026 von ICE-Agent Jonathan Ross in Minneapolis erschossen wurde.

Zusammenfassung des Artikels

Cohen beschreibt den Fall als Beispiel für die eskalierenden Exzesse der ICE-Razzien unter der Trump-Administration. Er zitiert den Washingtoner Staatsanwalt und ehemaligen D.C.-Chefermittler Glenn Kirschner sowie Minneapoliser Bürgermeister Jacob Frey.

Kernansprüche Cohens

  • Renée Nicole Good sei US-Bürgerin gewesen und kein Ziel einer Strafverfolgung
  • Sie habe als "Legal Observer" gehandelt und ihre Nachbarn unterstützt
  • Video-Aufnahmen widersprächen der DHS-Darstellung, sie habe versucht, Beamte zu überfahren
  • Die Erschießung sei politisch von der Trump-Administration gedeckt worden

Faktenchecks der Kernansprüche

US-Bürgerin: BESTÄTIGT. Mehrere unabhängige Medien (NBC News, Washington Post, Star Tribune, Al Jazeera, PBS) bestätigen, dass Renée Nicole Good eine 37-jährige US-Bürgerin war. Ihre Mutter Donna Ganger identifizierte sie öffentlich.

Kein Ziel der Strafverfolgung: BESTÄTIGT. Good war nicht das Ziel der ICE-Razzia. Sie war in der Nähe und unterstützte ihre Nachbarn, die von der Razzia betroffen waren. Der Minneapolis City Council bezeichnete sie als jemanden, der "für ihre Nachbarn sorgte".

ICE-Agent Jonathan Ross: BESTÄTIGT. Die Star Tribune identifizierte den Schützen am Tag nach der Erschießung als Jonathan Ross, ICE-Deportationsbeamter seit 2015.

DHS-Selbstverteidigungsdarstellung vs. Videobeweise: UMSTRITTEN / WIDERSPRÜCHLICH. DHS und Trump behaupteten, die Erschießung sei Notwehr, da Good versucht habe, Beamte zu überfahren. Jedoch:

  • Cohens Artikel und diverse Medien (NBC News, CNN, Washington Post) berichten, dass Videoaufnahmen zeigen, wie Good zunächst rückwärts fuhr und dann vorwärts, nach aktueller Analyse der Lenkbewegung weg vom Beamten.
  • Das eigene Handyvideo von Agent Ross (veröffentlicht durch Alpha News, verifiziert von CBC News) zeigt Good lächelnd und ruhig, sagt "That's fine", kein aggressives Verhalten kurz vor dem Schuss.
  • Ross filmte mit dem Handy in einer Hand und schoss mit der anderen, als das Fahrzeug an ihm vorbeifuhr.
  • Minneapoliser Polizeichef Brian O'Hara nannte die Erschießung "vorhersehbar und vermeidbar".
  • Bürgermeister Jacob Frey widersprach der Bundesdarstellung öffentlich.

DOJ-Untersuchung: BESTÄTIGT (keine Untersuchung). Das DOJ weigerte sich, eine Strafverfolgung einzuleiten, und erklärte den Schuss zur Notwehr. Der Hennepin County Attorney Mary Moriarty bat öffentlich um Beweise, da das DOJ aktiv den Zugang zu Beweismitteln blockierte.

"Murder" (Kirschner-Zitat): EINSCHÄTZUNG, NICHT TATSACHE. Glen Kirschner bezeichnete die Erschießung als "looks like a murder without any legal justification or excuse or defense". Dies ist eine rechtliche Einschätzung eines Anwalts, keine richterliche Feststellung.

Einordnung des Artikels

Cohens Artikel ist klar progressiv eingeordnet und interpretierend. Die faktischen Kernbehauptungen, US-Bürgerin, kein Strafverfolgungsziel, Widersprüche im DHS-Bericht, sind durch unabhängige Medien gut belegt. Die Schlussfolgerungen (politisch motivierter Schutz des Agenten, institutionelles Versagen) sind kohärent, aber Cohens eigene Einschätzung, keine nachgewiesene Tatsache.

Kontext: Zweite Erschießung

Nur wenige Wochen später, am 24. Januar 2026, wurde Alex Jeffrey Pretti, ebenfalls US-Bürger und ICU-Krankenpfleger, von einem CBP-Beamten in Minneapolis erschossen, was die Debatte über Bundesbehörden-Taktiken nochmals intensivierte.

Quellen für diesen Faktencheck