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Christian Drosten

Virologe und Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Berlin, zentraler wissenschaftlicher Berater während der Corona-Pandemie.

Bildquelle: ©Science Media Center Germany (CC BY 3.0, via Wikimedia Commons)
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Über die Quelle

Christian Drosten ist Virologe und leitet seit 2017 das Institut für Virologie an der Charité, Universitätsmedizin Berlin. Nach einem Studium der Chemie, Biologie und Medizin promovierte er 2003 zur PCR-Diagnostik von Blutspenden und war zuvor am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin sowie von 2007 bis 2017 als Institutsleiter der Virologie an der Universität Bonn tätig, wie die Wikipedia-Biografie zusammenfasst. Er gehörte 2003 zu dem Team, das das SARS-Coronavirus erstmals identifizierte, und entwickelte Diagnosetests für SARS, MERS und, Anfang Januar 2020, für SARS-CoV-2. Mit einem H-Index von über 150 und mehreren Publikationen mit jeweils über 3.000 Zitationen zählt er zu den international meistzitierten Coronavirus-Forschern.

Während der Corona-Pandemie beriet Drosten Bundes- und Landesregierungen und wurde durch den laut Wikipedia-Biografie am 26. Februar 2020 gestarteten NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update", der inzwischen mit seiner letzten Staffel beendet wurde, einer breiten Öffentlichkeit bekannt, in dem er komplexe virologische Sachverhalte für Laien erklärte. Für seine Arbeit erhielt er unter anderem das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (2020), den Grimme Online Award und einen Sonderpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft für Wissenschaftskommunikation; er ist Mitglied der Leopoldina.

Drosten steht seit Beginn der Pandemie wiederholt im Zentrum von Kritik und Desinformation. Die Bild-Zeitung griff ihn öffentlich wegen einer später korrigierten Studie zur Ansteckungsfähigkeit von Kindern an, und falsche Behauptungen über angebliche Unregelmäßigkeiten bei seiner Promotion wurden von der Goethe-Universität Frankfurt zurückgewiesen, wie die Wikipedia-Biografie festhält. Ein prominenter Streitfall ist der Vorwurf des Hamburger Physikers Roland Wiesendanger, Drosten habe im Rahmen einer von Anthony Fauci angeregten Telefonkonferenz Anfang Februar 2020 bewusst zur Vertuschung eines Laborursprungs von SARS-CoV-2 beigetragen. Laut Süddeutscher Zeitung gibt es für diese Behauptung keine Belege. Das Landgericht Hamburg gab Drosten in dem daraus resultierenden Rechtsstreit recht und untersagte Wiesendanger am 17. April 2026 laut Epoch Times erneut, ihm eine "gezielte Täuschung" der Öffentlichkeit vorzuwerfen. Das Urteil ist laut Epoch Times bislang nicht rechtskräftig, Wiesendanger kann noch Berufung einlegen. Auch die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag griff diese Vertuschungserzählung im Juli 2026 über Christina Baum wieder auf: Baum deutete reale Slack-Chatprotokolle der Autoren des "Proximal Origin"-Papers, darunter Kristian Andersen, als Beleg für eine bewusste Täuschung durch Drosten um, obwohl er nicht Autor des Papers war, wie eine Faktenfackel-Recherche zeigt.

Faktenfackel Bewertung

Einordnung

Als Institutsleiter und einer der meistzitierten Coronavirus-Forscher ist Drosten eine primäre wissenschaftliche Quelle mit hoher fachlicher Reputation; seine Einschätzungen zu virologischen Fragen sind in der Regel durch Fachpublikationen und Peer-Review gedeckt. Zugleich ist er ein bevorzugtes Ziel gezielter Desinformation, insbesondere im Umfeld der Ursprungsdebatte zu SARS-CoV-2. Vorwürfe einer bewussten Vertuschung wurden ihm wiederholt gemacht, blieben aber unbelegt und wurden im Fall Wiesendanger gerichtlich als unzulässige innere Tatsachenbehauptung eingestuft, wobei dieses Urteil nach Stand vom 25. Juli 2026 noch nicht rechtskräftig ist. Aussagen über Drosten aus parteipolitischem, insbesondere AfD-nahem Kontext bedürfen deshalb besonders sorgfältiger Prüfung der Primärquellen, während seine eigenen fachlichen Aussagen in Studien, Podcast und Interviews als verlässlich gelten können.

Fazit

Christian Drosten ist eine glaubwürdige wissenschaftliche Primärquelle zu virologischen Fragen, wird aber regelmäßig Ziel unbelegter Vertuschungsvorwürfe, deren unkritische Übernahme vermieden werden sollte.