Link Beschreibung
Das rund siebenminütige Klavierstück "Keine Angst" von Danger Dan erschien Mitte Juli 2026. Es ist über weite Strecken eine Schritt-für-Schritt-Beschreibung zivilgesellschaftlicher Selbstorganisation gegen rechts (lose Gruppen gründen, Recherche und Outing rechter Strukturen), begründet mit dem Misstrauen gegenüber Sicherheitsbehörden. Die Schlussstrophe wechselt in einen konfrontativeren Ton und endet mit einem Gruß an vier Vornamen, in dem das ZDF Anspielungen auf wegen linker Gewalt verurteilte oder angeklagte Personen liest. Wegen dieses Lieds sagte das ZDF einen geplanten Auftritt Danger Dans (mit Igor Levit) in der Satiresendung "Die Anstalt" ab.
Faktenfackel Bewertung
Einordnung
Der Song ist das Ausgangsstück einer Debatte über Kunstfreiheit, keine überprüfbare Tatsachenbehauptung. Die ausführliche Einordnung steht im Lagerfeuer-Beitrag Ein Lied, ein Sender und ein dehnbarer Maßstab. Kurz zusammengefasst: Der überwiegende Teil des Lieds beschreibt legale antifaschistische Selbstorganisation, die kein Aufruf zu Gewalt ist. Ein kleiner Teil, vor allem der Schlussgruß, kokettiert bewusst mit dem Militanten, ohne je konkret zu werden. Diese kalkulierte Unschärfe darf man kritisieren; sie ist zugleich das stärkste Argument gegen ein Verbot, weil sich ein Lied nicht für das sanktionieren lässt, was es bewusst nicht ausspricht.
Fazit
Ein bewusst unbequemes, aber nicht strafbares Lied. Die Deutung des ZDF, es handele sich um einen "Aufruf zu Gewalt", trägt für den Kern des Stücks nicht; die Ausladung war eine unverhältnismäßige Reaktion. Für die vollständige Bewertung siehe den verlinkten Lagerfeuer-Beitrag.
